Am 18. Januar 2026 wurde bekannt, dass schwedische Behörden orthodoxe Nonnen des Heiligen-Elisabeth-Klosters verdächtigen, im Interesse des russischen Militärgeheimdienstes GRU tätig gewesen zu sein. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsdienste sollen sie über Jahre hinweg in mehreren EU-Staaten religiöse Produkte verkauft und die dabei erzielten Einnahmen zur Unterstützung der russischen Streitkräfte verwendet haben. Die Vorwürfe betreffen auch Aktivitäten in Schweden, wo die Nonnen regelmäßig auftraten, wie aus den Recherchen zu den mutmaßlichen pro-russischen Spioninnen in kirchlichen Strukturen in Schweden hervorgeht.
Finanzielle Unterstützung russischer Truppen unter religiösem Deckmantel
Nach Angaben der Ermittler sollen die Nonnen die Erlöse aus dem Verkauf religiöser Waren gezielt an russische Militäreinheiten weitergeleitet haben, die am Krieg gegen die Ukraine beteiligt sind. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass sie wiederholt besetzte Gebiete in der Ukraine besucht und dort finanzielle sowie materielle Hilfe an russische Besatzungstruppen übergeben haben. Bereits zuvor waren sie öffentlich mit Symbolen der russischen Armee in Erscheinung getreten, was ihre offen prorussische Haltung belegte.
Kritik an kirchlichen Netzwerken und lokalen Unterstützern
Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Fall, nachdem bekannt wurde, dass der Vorsteher einer orthodoxen Gemeinde im Raum Stockholm die Nonnen im Dezember 2025 zu Weihnachtsfeierlichkeiten eingeladen hatte. Diese Entscheidung stieß auf Kritik, da die Verbindungen der Ordensfrauen zu russischen staatlichen Strukturen bereits zuvor thematisiert worden waren. Schwedische Sicherheitskreise prüfen nun, inwieweit kirchliche Netzwerke als Plattform für Einflussnahme und verdeckte Aktivitäten genutzt wurden.
Russische Kirche als Instrument hybrider Einflussnahme
Der Fall wird in Schweden und anderen EU-Staaten als weiteres Beispiel für den Einsatz religiöser Strukturen im Rahmen russischer Hybridstrategien gewertet. Sicherheitsanalysten sehen in Auslandsablegern der Russisch-Orthodoxen Kirche potenzielle Kanäle für Informationsbeschaffung, Propaganda und informelle Kommunikation. Geistliche und Ordensmitglieder genießen häufig rechtlichen Schutz und gesellschaftliches Vertrauen, was ihre Nutzung für nachrichtendienstliche Zwecke erleichtern kann.
Sicherheitsrelevanz über die Religionsfreiheit hinaus
Behörden betonen, dass es bei den Ermittlungen nicht um eine Einschränkung der Religionsfreiheit gehe, sondern um nationale und kollektive Sicherheit. Die russische Kirche unterstütze den Krieg gegen die Ukraine offen und fungiere damit nicht als unabhängige religiöse Institution. In diesem Kontext wird die systematische Beobachtung ausländischer kirchlicher Strukturen als notwendig angesehen, um verdeckte Finanzströme, Propaganda und mögliche Spionagetätigkeiten frühzeitig zu erkennen, wie auch Berichte über die öffentlichen Reaktionen auf die Vorwürfe gegen die Nonnen zeigen.


