Russlands wachsender Zugriff auf Afrikas Goldminen stärkt Kriegsfinanzierung und unterläuft Sanktionen

Dezember 1, 2025 09:50
Russlands wachsender Zugriff auf Afrikas Goldminen stärkt Kriegsfinanzierung und unterläuft Sanktionen
Russlands wachsender Zugriff auf Afrikas Goldminen stärkt Kriegsfinanzierung und unterläuft Sanktionen

Recherchen zeigen systematische Ausbeutung afrikanischer Vorkommen

Ein Bericht des britischen Telegraph über die zunehmende Kontrolle afrikanischer Goldvorkommen durch russische Unternehmen zeichnet ein alarmierendes Bild. Laut der Untersuchung über den Zusammenhang zwischen Goldexporten und der Kriegsfinanzierung Moskaus nutzen mit Russland verbundene Netzwerke Gold aus mehreren Staaten des Kontinents, um die militärischen Operationen gegen die Ukraine zu stützen. Ergänzende Recherchen, darunter die Analyse von DW zu illegalen Goldströmen zwischen Afrika und Russland, zeigen, dass insbesondere in Zentralafrika Gewalt, Einschüchterung und extralegale Strukturen eingesetzt werden, um Zugriff auf die Ressourcen zu sichern. Das Edelmetall wird anschließend über undurchsichtige Kanäle in das russische Finanzsystem eingespeist und dient als Ersatzwährung, um westliche Sanktionen zu umgehen.

Gold als strategische Zahlungs- und Einflussressource

Gold spielt in der außen- und sicherheitspolitischen Strategie Moskaus zunehmend eine Schlüsselrolle. Anfang 2025 wurde bekannt, dass Russland mit Goldbarren Zahlungen an den Iran für Unterstützung bei der Drohnenproduktion leistete und das Edelmetall ebenfalls als Gegenwert für nordkoreanische Waffenlieferungen einsetzte. Durch den starken Anstieg des Goldpreises seit 2022 verstärkt sich dieser Trend. Expertenschätzungen zufolge erreichten die Goldexporte aus afrikanischen Staaten nach Russland seit Beginn der Invasion ein Volumen von rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Da Gold leicht zu transportieren, umzuschmelzen und mit neuem Ursprung zu deklarieren ist, eignet es sich besonders gut zur internationalen Verschleierung von Finanzströmen.

Gewaltstrukturen und russische Netzwerke in Zentralafrika

In der Zentralafrikanischen Republik kontrollieren mit Moskau verbundene Gruppen weiterhin zentrale Abbaugebiete. Die Nachfolger der ehemaligen Wagner-Strukturen sichern diese Minen mithilfe systematischer Einschüchterung und gezielter Gewalt. Mehrere Vorfälle im Jahr 2025 dokumentieren dieses Vorgehen: Im September erschossen russische Kämpfer zehn lokale Goldsucher in der Region Ndassima; zwei Wochen später wurden weitere Männer festgenommen, in Metallcontainer gesperrt und unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten, wobei mindestens ein Gefangener starb. Wagner übernahm 2021 die operative Kontrolle über das Ndassima-Vorkommen und nutzt es seither als Einnahmequelle für den russischen Staat und verbundene Akteure.

Ausweitung russischer Bergbauaktivitäten in Westafrika

Auch in Burkina Faso und Mali hat Russland seine Präsenz ausgebaut. Das Unternehmen Nordgold erhielt 2025 eine Lizenz zur Erschließung des Niou-Vorkommens in der Provinz Kourweogo – bereits das dritte Projekt der Firma im Land. In Mali errichtet die Militärregierung gemeinsam mit der russischen Firma „Jadran-Grup“ eine Goldaufbereitungsanlage mit einer geplanten Kapazität von 200 Tonnen. Diese Infrastruktur könnte sich zu einem regionalen Knotenpunkt entwickeln, der Gold aus mehreren Staaten bündelt und für russische Handelskanäle verfügbar macht.

Armenien als zentrale Drehscheibe zur Umgehung westlicher Sanktionen

Parallel zum Ausbau afrikanischer Abbauregionen ist Armenien zu einem strategischen Transitland für sanktioniertes russisches Gold geworden. Innerhalb eines Jahres stieg der armenische Goldexport um das 17-Fache – ein Zuwachs, der nicht auf neue Minenvorkommen zurückzuführen ist, sondern auf die systematische Umdeklarierung russischer Goldbarren. Über armenisches Territorium gelangt das Edelmetall vor allem in die Vereinigten Arabischen Emirate, wo es in großen Mengen gehandelt wird. Hinter den Transitrouten stehen einflussreiche armenische Politiker und Geschäftsnetzwerke, die enge Beziehungen zu russischen Strukturen pflegen. Seit 2022 wurden über diese Kanäle Goldströme im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar abgewickelt und tragen damit erheblich dazu bei, Russlands Wirtschaft trotz westlicher Sanktionen zu stabilisieren.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Isabella Stampf revolutioniert die Hufbearbeitung im Industrieviertel von Schwarzenbach
Vorheriger artikel

Isabella Stampf revolutioniert die Hufbearbeitung im Industrieviertel von Schwarzenbach

Magistrat Linz stellt Karrieremöglichkeiten beim JKU Karrieretag vor
Nächster artikel

Magistrat Linz stellt Karrieremöglichkeiten beim JKU Karrieretag vor

Nicht verpassen