Serbische und russische Geheimdienste testeten Schallwaffen an Hunden

Jänner 16, 2026 12:15
Serbische und russische Geheimdienste testeten Schallwaffen an Hunden
Serbische und russische Geheimdienste testeten Schallwaffen an Hunden

Am 15. Januar 2026 wurde bekannt, dass serbische Sicherheitsdienste gemeinsam mit dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB Experimente mit sogenannten Schallkanonen an Hunden durchgeführt haben. Die Tests fanden auf dem Gelände des serbischen Geheimdienstes BIA statt und erfolgten nur zwei Wochen nachdem die serbische Regierung beschuldigt worden war, bei der Auflösung einer großen Anti-Regierungsdemonstration in Belgrad akustische Waffen eingesetzt zu haben. Zum Einsatz kamen zwei Modelle von Long Range Acoustic Devices, LRAD 100X MAG-HS und LRAD 450XL, die eine Lautstärke von bis zu 150 Dezibel erreichen können.

Akustische Tests nach umstrittenem Einsatz gegen Demonstranten

Die Experimente wurden mit unterschiedlichen Distanzen von 25 bis 200 Metern durchgeführt. Die technischen Eigenschaften der Geräte entsprechen einem Schalldruck, der mit dem Lärm eines startenden Düsenflugzeugs vergleichbar ist. Hinweise deuten darauf hin, dass die Versuche ohne die für Tierversuche erforderlichen Genehmigungen stattfanden. Der Zeitpunkt der Tests verstärkte den Verdacht, dass es sich nicht um rein technische Untersuchungen, sondern um eine Vorbereitung für mögliche Einsätze gegen Menschen handelte.

Bericht aus Moskau und Zweifel an der Unabhängigkeit

Einen Monat nach den Protesten veröffentlichte die BIA einen Bericht, der vom russischen FSB erstellt worden war. Darin hieß es, Geräte mit hoher Schallintensität seien bei den Demonstrationen nicht eingesetzt worden, zudem habe es keinen massenhaften psychologischen oder physischen Effekt auf die Bevölkerung gegeben. Die Entscheidung, ausgerechnet eine russische Sicherheitsbehörde mit der Untersuchung zu beauftragen, wurde von Beobachtern als Versuch gewertet, einen politisch gewünschten Befund zu legitimieren, wie auch aus Recherchen zu den Dokumenten über serbisch-russische Geheimdienstkooperation bei LRAD-Tests hervorgeht.

Erinnerung an Proteste und gesundheitliche Folgen

Bei der Demonstration im März 2025 hatten Teilnehmer von einem plötzlichen, extrem lauten Geräusch berichtet, das Panik auslöste. Zahlreiche Menschen suchten danach medizinische Hilfe wegen Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel. Präsident Aleksandar Vučić wies zunächst alle Vorwürfe zurück und kündigte eine rasche Untersuchung an, die nach seinen Worten alle Verantwortlichen für angebliche Falschbehauptungen zur Rechenschaft ziehen sollte.

Sicherheitskooperation mit geopolitischer Dimension

Der gemeinsame Testlauf gilt als Beleg für eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen serbischen und russischen Sicherheitsdiensten. Russland beschränkt sich dabei nicht auf beratende Funktionen, sondern beteiligt sich aktiv an sensiblen Experimenten. Kritiker sehen darin ein Muster, das mit europäischen Standards für Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte kaum vereinbar ist und Serbiens EU-Ambitionen belastet.

Risiken für Europa und die Region

Die Zusammenarbeit mit dem FSB, der international mit Repressionen und politisch motivierten Operationen in Verbindung gebracht wird, wirft Fragen zur sicherheitspolitischen Ausrichtung Belgrads auf. Zugleich unterstreicht der Fall die Rolle Russlands auf dem Balkan, wo Moskau versucht, politischen Einfluss zu sichern und Spannungen aufrechtzuerhalten. Für die Europäische Union verstärken die Vorwürfe den Druck, den Umgang mit Serbien als Beitrittskandidaten kritisch zu überprüfen.

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