Der französische Milliardär Bernard Arnault hat mit einem Beitrag auf der Plattform X für Aufsehen gesorgt und sich darin ironisch als Oberhaupt der „letzten königlichen Familie Frankreichs“ bezeichnet. Der Chef des Luxusgüterkonzerns LVMH, der mit einem neuen Account nur wenige Stunden zuvor auf der Plattform gestartet war, nutzte die selbstironische Anspielung auch als Werbebotschaft: Das Label „Terminator“ habe ihm zwar früher angehangen, doch die royale Assoziation sei „besser für den Verkauf von Dior“.
Kein Familienbruch
Gerüchten über einen Zerwürfnis innerhalb der Eigentümerfamilie trat Arnault entschieden entgegen. Wer auf einen öffentlichen Familienstreit setze, um Zeitungen zu verkaufen, müsse „sehr lange warten“. Er verwies darauf, dass eine Zeitung, die eine kritische Artikelserie veröffentlicht hatte, zu den privaten Beteiligungen seines Schwiegersohns zähle – eine indirekte Zurückweisung von Vorwürfen, er übe Druck auf die Presse aus.
Steuererleichterungen für Kunst
Auf die Kritik an Steuervergünstigungen beim Erwerb von Kunstwerken reagierte Arnault pragmatisch: Wenn der Mechanismus so empörend sei, solle man über das Parlament dessen Abschaffung betreiben; er werde die Regelung in der Zwischenzeit weiter nutzen. Die Äußerung war Teil eines für den Milliardär ungewöhnlich offensiven öffentlichen Statements.
Strategischer Zeitpunkt
Der kaum einen Tag alte Account mit wenigen tausend Followern verzeichnete binnen kurzer Zeit Millionen Abrufe. Elon Musk persönlich begrüßte Arnault auf der Plattform. Kommunikationsexperten werteten den Auftritt als Beginn einer neuen öffentlichen und politischen Strategie des LVMH-Eigners. Der Zeitpunkt fällt mit dem Beginn der Quartalsberichtssaison des Konzerns zusammen – eine Gelegenheit, die mediale Deutungshoheit zu übernehmen.


