Berufsziele der Generation Z in Urfahr-Umgebung: Umfrageergebnisse der LehrlingsRundSchau 2026

September 24, 2026 00:13
Berufsziele der Generation Z in Urfahr-Umgebung: Umfrageergebnisse der LehrlingsRundSchau 2026

Wandel der Berufswünsche in den Polytechnischen Schulen des Bezirks

URFAHR-UMGEBUNG. Eine Studie des Konsumentenverhaltensforschers Harald Kindermann von der FH OÖ zeigt, dass die Berufswünsche der „Generation Z“ nur langsam im Wandel sind. Der Forschungsergebnisse belegen einen signifikanten Rückgang des Interesses an MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) bei Jungen um 7,18 Prozent und bei Mädchen um 5,75 Prozent zwischen 2023 und 2026, obwohl diese Berufe stark nachgefragt und gut bezahlt sind.

Kindermann stellte zudem einen Rückgang des Interesses an wirtschaftsnahen, pädagogischen sowie Gesundheits- und Sozialberufen fest. Er beobachtete bei der Generation Z ein allgemeines „weniger inhaltliches Interesse“, gepaart mit einem Mangel an beruflicher Orientierung. Viele Schüler wollen einen Abschluss, zeigen jedoch wenig Durchhaltevermögen bei komplexeren Inhalten.

Ausnahme im Mühlviertel

Im Mühlviertel fallen die Ergebnisse der Berufswünsche anders aus. Elfriede Draxler, Direktorin der Polytechnischen Schule Bad Leonfelden, stellte bei einer spontanen Umfrage fest, dass die Mehrheit der Schüler klassische Berufe wie Tischler, Zimmerer oder Spengler anstrebt. Während die Schüler tendenziell klassische Berufe bevorzugen, gibt es auch vereinzelte Schüler, die eine Karriere in sozialen Medien anstreben.

In der Fachbereichsgruppe Metall sind in Bad Leonfelden 18 Burschen und nur drei Mädchen eingeschrieben. Bei Holzbau gibt es zwei Mädchen, jedoch sind im Bereich Elektro keine weiblichen Schüler vertreten. Einige Schüler gaben Traumberufe wie Rennfahrer oder Basketballspieler an.

Draxler betont, dass der „Generation Z“ Spaß an der Arbeit und die Übereinstimmung mit persönlichen Interessen wichtig sind. Gute Arbeitsbedingungen, Teamarbeit, faire Bezahlung und Freizeit spielen eine zentrale Rolle. Zudem wünschen sich einige Schüler, bereits Bekanntschaften im Betrieb zu haben oder gemeinsam mit Freunden eine Lehre zu beginnen. In den Polytechnischen Schulen Ottensheim und Neufelden ist das Interesse an technischen Berufen unter den männlichen Schülern ähnlich ausgeprägt. Mädchen tendieren vermehrt zu Büroberufen. Direktor Heinz Peherstorfer schildert, dass PTS-Absolventen wieder verstärkt in Banken angenommen werden, während der Beruf des Friseurs bei Mädchen weniger gefragt ist als früher.

Einordnung

Die beruflichen Präferenzen der Schüler zeigen ein langsames Umdenken in den Polytechnischen Schulen. Das abnehmende Interesse an MINT- und anderen Berufen ist relevant, da es langfristige Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat. Die Weichenstellungen in der Berufswahl könnten die Fachkräfteentwicklung in Österreich beeinflussen.

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