Billigmode von Temu und Shein gefährdet die Gesundheit und Umwelt in Oberösterreich

November 5, 2025 13:22
Billigmode von Temu und Shein gefährdet die Gesundheit und Umwelt in Oberösterreich

Die Billigmode der chinesischen Online-Plattformen Temu und Shein gefährdet die Gesundheit, wie ein aktueller Test der Arbeiterkammer Oberösterreich in Zusammenarbeit mit GLOBAL 2000 zeigt. Von 20 untersuchten Kleidungsstücken wurden sieben als nicht verkehrsfähig eingestuft und dürfen in der EU nicht verkauft werden. Die Grenzwerte wurden teilweise um das Tausendfache überschritten. Darüber berichtet Welt Stimme.

OBERÖSTERREICH. Besorgniserregend ist eine Damenjacke von Temu, die den EU-Grenzwert für die Ewigkeitschemikalie Perfluorcarbonsäuren (PFCA) um das 4.154-fache überschreitet. Diese chemische Verbindung gehört zur EU-REACH-Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Stoffe (SVHC), da sie langlebig, giftig, im Körper anreicherbar und schädlich für die Fortpflanzung ist. Zudem liegt der Wert für Perfluoroctansäure (PFOA) 770-mal über dem erlaubten Limit. Beide Substanzen gelten als enorm stabil und sind in der Umwelt kaum abbaubar. PFCA wird auch als potenziell giftig, fortpflanzungsschädlich (z.B. bei Embryonenfehlbildungen) und krebserregend eingestuft. Darüber hinaus wurden in insgesamt vier Kleidungsstücken Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) nachgewiesen.

Weichmacher und Schwermetalle in Schuhen

In drei Paar Schuhen stellten die Prüfer hohe Konzentrationen von Phthalaten fest, die als Weichmacher fungieren. Diese haben hormonähnliche Wirkungen und können die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Bei einem Winterstiefel von Shein wurde außerdem eine stark erhöhte Bleikonzentration in der Sohle festgestellt. Blei kann sich im Körper anreichern und führt zu chronischen Vergiftungen.

Kunststoffflut und Mikroplastik

Ein weiteres relevantes Problem betrifft das Material der Produkte: 85 Prozent der untersuchten Artikel bestehen aus PVC, Polyester, Elasthan oder EVA – allesamt Kunststoffe auf Erdölbasis. Beim Waschen und Entsorgen setzen sie Mikroplastik frei, das in der Umwelt und den Nahrungsketten landet.

In Österreich werden jährlich 23 Kilogramm Kleidung pro Person entsorgt – fast doppelt so viel wie im EU-Durchschnitt. Gleichzeitig wachsen Plattformen wie Temu und Shein rasant weiter, mit einem Anstieg von 63 beziehungsweise 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Test verdeutlicht eindringlich: Ultra-Fast-Fashion ist kein harmloser Trend, sondern ein ernsthaftes globales Gesundheits- und Umweltproblem. Niedrigpreise werden durch Chemikalien, Plastik und Ausbeutung erreicht – die Menschen und die Umwelt zahlen letztendlich den Preis.

AK fordert strengere Kontrollen

Die Herstellung von Billigmode belastet die Umwelt und Menschen erheblich: hohe Wasserverbräuche, Pestizideinsatz, Chemikalien und schlechte Arbeitsbedingungen sind die Regel. Die EU-Märkte dürfen nicht länger mit gesundheitsschädlichen und gefährlichen Billigprodukten überschwemmt werden. Es müssen dringend rechtliche Lücken für Online-Anbieter geschlossen werden.

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