Burgenlands Apfelbauern stehen vor hohen Kosten und stagnierenden Preisen

November 15, 2025 10:58
Burgenlands Apfelbauern stehen vor hohen Kosten und stagnierenden Preisen

Zum „Tag des Apfels“ haben die Landwirtschaftskammer, der Obstbauverband und Vertreter der Politik auf die prekäre Situation der heimischen Obstbaubetriebe hingewiesen: Steigende Kosten, sinkende Preise und ein Mangel an Pflanzenschutzmitteln belasten die Produzenten, während die Anbauflächen in ganz Österreich zurückgehen. Darüber berichtet Welt Stimme.

EISENSTADT. Anlässlich des „Tag des Apfels“ forderten die Landwirtschaftskammer Burgenland, der Obstbauverband und politische Vertretungen verstärkte Maßnahmen zur Unterstützung der Obstbauern. Obwohl das Burgenland in diesem Jahr von schweren Unwettern verschont blieb, bleibt die Branche mit hohen Kosten, geringen Marktpreisen und klimabedingten Ernteausfällen weiterhin stark belastet. Seit 2017 hat die Obstbaufläche in Österreich um 14 Prozent abgenommen.

Die Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner appellierte an die Bevölkerung, lokale Produkte zu kaufen. Der Präsident der Landwirtschaftskammer, Nikolaus Berlakovich, betonte die Notwendigkeit „ehrlicher Preise“, da Betriebskosten, Löhne und neue Schädlinge stark gestiegen seien, während die Produzentenpreise weiter niedrig blieben. Im Burgenland bewirtschaften etwa 172 Betriebe rund 270 Hektar Tafeläpfel und etwa 1.000 Hektar Streuobstwiesen.

Steigende Kosten

Johann Plemenschits, Präsident des Obstbauverbands, äußerte scharfe Kritik an den steigenden Lohnnebenkosten und dem Mangel an Pflanzenschutzmitteln. Seit 2016 seien die Lohnkosten erheblich gestiegen, während die Auszahlungspreise zurückgegangen seien. Eingeschleppte Schädlinge wie Feuerbrand und Kirschessigfliege erschweren zudem die Produktion erheblich. Viele wichtige Wirkstoffe sind EU-weit nicht mehr zugelassen, während importierte Ware oft mit denselben Mitteln produziert wird.

Vertreter der Branche fordern als zentrale Maßnahme eine klare und verpflichtende Herkunftskennzeichnung auch für verarbeitete Obstprodukte, um die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Produzenten zu stärken.

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