Das Café Central wird umfassend renoviert, um sich an das Fernkältenetz von Wien Energie anzuschließen. Neben der Renovierung der denkmalgeschützten Räumlichkeiten und der Modernisierung der Küche wird insbesondere die Kühlung verbessert.
WIEN/INNERE STADT. Die Wien Energie hat in den letzten Jahren den Fokus auf die Fernkälte verstärkt, wie die Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) bemerkte: „Die Fernkälte ist die kleine Schwester der Fernwärme“.
Aktuell befinde man sich in einem vergleichbaren Entwicklungsstadium wie in den 70er und 80er Jahren bei der Fernwärme, erklärte Michael Strebl, Vorsitzender von Wien Energie. Ein bedeutender Schritt wurde nun im Palais Ferstel, das auch das Café Central beheimatet, unternommen.
Denkmalschutz als Priorität
Das historische Café in der Herrengasse wird unter strengen Auflagen des Denkmalschutzes an das Fernkältenetz angeschlossen. Der Betreiber Verkehrsbüro Hospitality möchte damit ein Zeichen für nachhaltige Gebäudetechnik setzen. In der Endausbaustufe sollen insgesamt 40 Tonnen CO₂ pro Jahr, also 50 Prozent, eingespart werden.
Martin Winkler, Vorstandsvorsitzender des Verkehrsbüros, betonte: „Als Betreiber des Café Central und insgesamt 14 Hotels in Wien haben wir bereits 2023 das Hotel Astoria Vienna, Curio Collection by Hilton, an das Fernkältenetz angeschlossen. Auch bei zukünftigen Projekten wie der geplanten Renovierung des Hotel Europa evaluieren wir den Einsatz dieser energieeffizienten Kühlung.“ Die Renovierungsarbeiten am Café Central sollen im März beginnen und etwa sechs Monate in Anspruch nehmen.
Sanierungsmaßnahmen im Café
Neben der Installation der Infrastruktur für die Fernkälte wird das Kaffeehaus selbst saniert. Insbesondere die Küchen werden auf den neuesten Stand gebracht. Während der Renovierung werden die Mitarbeitenden entweder in andere Häuser der Gruppe delegiert oder kümmern sich um das Cateringangebot, erklärte Kay Fröhlich, Geschäftsführer der Verkehrsbüro Hospitality. Damit sollen keine Arbeitsplätze verloren gehen.
Für die Fans des Café Centrals wird zudem das Decentral (Freyung 3/1) während der Sanierungszeit geöffnet sein. Die Kosten, die laut Fröhlich in einem zweistelligen Millionenbetrag liegen, werden mit der Stadt geteilt.
Vorteile für die Anwohner
Lucia Grabetz (SPÖ), stellvertretende Bezirkschefin, äußerte: „Für uns ist es ganz wichtig, dass das Fernkältenetz immer weiter ausgebaut wird.“ Sie betonte, dass es in heißen Sommermonaten wichtig sei, mehrere Stopps einlegen zu können. Stadträtin Sima ergänzte, dass man sich derzeit auf größere Projekte wie das AKH oder das Palais konzentriere, da die bestehenden Leitungen für die Fernwärme nicht verwendet werden könnten, was zu einem hohen Aufwand führe.
Stefan Gara, Klimasprecher von Neos, schloss mit den Worten: „Mit der Integration in historische Gebäude wie das Palais Ferstl und das Café Central verbinden wir Geschichte mit Zukunft und gehen konsequent unseren Weg zur Klimaneutralität bis 2040.” Darüber berichtet Welt Stimme.


