E-Control: Warum bleibt der Anbieterwechsel im österreichischen Strommarkt so gering?

Oktober 23, 2025 15:02
E-Control: Warum bleibt der Anbieterwechsel im österreichischen Strommarkt so gering?

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) sowie E-Control haben festgestellt, dass der österreichische Strommarkt nach wie vor von ehemaligen Monopolisten beherrscht wird. Der Großteil der Verbraucher bezieht Strom vom lokalen Landesenergieversorger und zahlt dafür nicht den günstigsten Preis. Dies wirft die Frage auf, warum nur wenige Kunden den Anbieter wechseln. Darüber berichtet Welt Stimme.

In Tirol gibt es gegenwärtig von TIWAG rund 240.000 Lieferverträge, die sowohl Haushalte als auch Kleingewerbe, Geschäftskunden sowie Einspeiser und Weiterverteiler umfassen.

Die Folge: Hohe Preise, die das Inflationsproblem zusätzlich verschärfen. Insbesondere die Energiepreise für Haushalte stellen in diesem Jahr einen wesentlichen Preistreiber dar. Diese hohen Preise sind vor allem auf die extrem niedrigen Wechselraten in Österreich zurückzuführen. Würden diese steigen, würden wahrscheinlich deutlich mehr Tiroler über einen Anbieterwechsel nachdenken. Im vergangenen Jahr wechselten lediglich 4,5 Prozent der Kunden zu einem neuen Anbieter, während 50 Prozent der Kunden noch nie ihren Anbieter gewechselt haben.

„Das beste Rezept gegen hohe Strompreise ist mehr Wettbewerb“,

äußerte Christian Tesch, Geschäftsführer von oecolution.

„Je mehr Kunden zu alternativen Anbietern wechseln, desto stärker kommen die ehemaligen Monopolisten unter Druck. Dann müssen sie billiger werden, um keine Kunden zu verlieren. So funktioniert Marktwirtschaft.“

Ein Vergleich lohnt sich

Die großen Anbieter – darunter die Landesenergieversorger und der Verbund – gehören für durchschnittliche Haushaltskunden nicht zu den günstigsten. Ein aktueller Preisvergleich von oecolution, unterstützt durch den Tarifkalkulator von E-Control, belegt dies.

Wechseln und bares Geld sparen

In Tirol existieren derzeit zehn Anbieter, die günstigere Tarife als die TIWAG anbieten; im Vergleich zum Verbund gibt es sogar 16 günstigere Optionen. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden kann rund 35 Euro sparen, wenn er zu Anbietern wie Montana, Grünwelt Energie oder E.ON wechselt. Der Preisaufschlag von TIWAG fällt jedoch deutlich geringer aus als bei anderen Landesenergieversorgern in anderen Bundesländern. TIWAG bietet die zweitgünstigsten Stromtarife in Österreich an, mit 24,40 Cent/kWh. Am günstigsten ist der Tarif in Vorarlberg mit 25,86 Cent/kWh, während die Steiermark mit beinahe 40 Cent die teuersten Preise hat. Verglichen mit dem aktuellen Verbund-Tarif können Tiroler Haushalte mit den günstigsten Angeboten fast 100 Euro sparen.

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