In Hermagor startet ein bedeutendes Wohn- und Sozialprojekt, das leistbares Wohnen, Pflege und Inklusion vereint. Der Kaufvertrag für das ehemalige Essl Gebäude wurde unterzeichnet, was den offiziellen Beginn des „Essl Hauses des sozialen Miteinanders“ markiert.
HERMAGOR. Der Sozialhilfeverband Hermagor und die gemeinnützige Neue Heimat haben den Kaufvertrag für das ehemalige Essl Gebäude unterzeichnet, was einen entscheidenden Schritt für eines der wichtigsten Wohn- und Sozialprojekte im Gailtal darstellt. Die geplante Revitalisierung sieht 45 moderne, barrierefreie und leistbare Wohneinheiten vor, ergänzt durch umfangreiche soziale Infrastruktur. Bürgermeister Leopold Astner äußert sich erfreut: „Für mich als Bürgermeister ist heute ein Freudentag. Mit diesem Vertrag setzen wir einen Meilenstein in der Bezirksstadt.“ Darüber berichtet Welt Stimme.
Revitalisierung statt Neubau
Die Umnutzung des ehemaligen Fabrikgebäudes wird auch städtebaulich als vorteilhaft betrachtet. Astner betont: „In einer Bezirksstadt, in der ein früheres Fabrikgebäude in Wohnraum umgewandelt wird, schaffen wir dringend benötigten Wohnraum.“ Er sieht das Projekt als Modell für nachhaltige Entwicklung. „Es demonstriert, wie man Boden effektiv nutzt, indem man bestehende Konstruktionen revitalize und nicht auf der grünen Wiese baut.“
Leistbar und verbindend
Die 45 Wohneinheiten sind im Wohnbauprogramm für 2026 bis 2028 vorgesehen, und die notwendigen Landesmittel sind bereitgestellt. Wohnbaureferentin Gaby Schaunig hebt hervor, dass an diesem Standort Wohnraum, soziale Angebote und Nahversorgung in hervorragender Weise kombiniert werden. Gesundheitslandesrätin Beate Prettner bezeichnet das Projekt als „Leuchtturmprojekt“ für die gesamte Region.
Starke soziale Infrastruktur
Im Essl Haus sollen Tagesstätten für Senioren, betreubares Wohnen, acht Wohnverbundplätze für Menschen mit Behinderung sowie vier Einzelwohnungen für selbstbestimmtes Wohnen mit Assistenz entstehen. Zudem wird ein inklusives Kleinunternehmen mit zwölf Arbeitsplätzen eingerichtet, in Zusammenarbeit mit dem psychiatrischen Therapiezentrum Villach. Prettner beschreibt das Konzept: „Hier werden Menschen mit und ohne Behinderung leben, sowie junge und alte Menschen. Zwei Tagesstätten werden einen Platz finden, daher der Name: Essl Haus des sozialen Miteinanders.“
Blick über die Stadt
Besondere Begeisterung erzeugt die große Dachterrasse, die während der Planungen entdeckt wurde. „Die riesige Terrasse wird einen wunderschönen Blick über die ganze Stadt bieten“, fügt Prettner hinzu.
Gemeinsam umgesetzt
Die breite Unterstützung für das Projekt wurde während der Vertragsunterzeichnung deutlich sichtbar. Für Landesrat Daniel Fellner ist der Zusammenhalt entscheidend: „Die Vielzahl der heute anwesenden Menschen zeigt, dass solche Projekte nur gemeinsam realisiert werden können.“ Er hebt die besondere Kooperation im Bezirk hervor, die alle Gemeinden einschließt, und dankt der Familie Essl: „Ohne sie wäre dies nicht möglich gewesen.“
Ein Paradeprojekt für Kärnten
Die Sanierung des Gebäudes wird von der Landeswohnbau Kärnten durchgeführt. Geschäftsführer Harald Repar drückt seinen Dank aus: „Danke für das Vertrauen in die Landeswohnpark Kärnten, dass wir dieses Projekt umsetzen dürfen.“ Er betont, dass Sanierung, Revitalisierung und Nachverdichtung Vorrang vor Neubauten haben sollten und bezeichnet das Vorhaben als Paradeprojekt. Zudem dankt er Christian Essl für die fairen Verhandlungen und verspricht, dass das Gebäude die Aufschrift „Essl“ tragen wird.
Nachhaltiges Erbe und neuer Nutzen
Die Familie Essl nutzte das Gebäude jahrzehntelang als Produktionsstätte für Rucksäcke und Taschen, in der bis zu 140 Mitarbeiter beschäftigt waren. Christian Essl freut sich, dass das Gebäude weiterhin im Sinne der Gemeinschaft genutzt wird. Die Revitalisierung stellt eine ressourcenschonende Lösung dar, die Leerstand reduziert und den Stadtkern belebt. Das Essl Haus des sozialen Miteinanders wird somit ein neues Kapitel für Hermagor aufschlagen und die Region Gailtal nachhaltig stärken.


