Tirol stand im Zentrum der europäischen Tourismusdebatte: Landeshauptmann Anton Mattle begrüßte in der Villa Blanka den EU-Kommissar für nachhaltigen Verkehr und Tourismus, Apostolos Tzitzikostas. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diskutierte er zentrale Zukunftsfragen des Tourismus. Darüber berichtet Welt Stimme.
INNSBRUCK. Im Mittelpunkt der Diskussion standen Nachhaltigkeit, gesellschaftliche Akzeptanz und die Rolle der einheimischen Bevölkerung. Die Tiroler Seite legte besonderes Augenmerk auf die Einheimischentarife und deren rechtliche Absicherung auf europäischer Ebene.
Landeshauptmann Anton Mattle betonte die zentrale Rolle des Tourismus für Tirol und die EU: „Ich habe das Gespräch mit dem EU-Tourismuskommissar genutzt, um mich für die Einheimischentarife stark zu machen. Leistbare Freizeitaktivitäten sind kein Privileg, sondern eine gerechte Anerkennung. Ohne die heimische Bevölkerung gäbe es die blühende Tourismusbranche nicht. Vorteile für Einheimische sind keine Diskriminierung, sondern Wertschätzung für die Menschen, die Gastfreundschaft leben und das Angebot mittragen.“
Erste europäische Tourismusstrategie in Arbeit
EU-Kommissar Tzitzikostas unterstrich die Bedeutung Tirols als Reiseziel und wies auf die Herausforderungen hin: „Wir müssen die Folgen des Klimawandels für den Wintertourismus, Staus, Lärm, Luftverschmutzung, unausgewogenes Touristenaufkommen und den Arbeitskräftemangel im Blick behalten. Vor diesem Hintergrund arbeiten wir an der ersten europäischen Tourismusstrategie. Ziel ist, dass Wachstum im Einklang mit den lokalen Gemeinschaften steht und möglichst viele von den Vorteilen profitieren.“
Beiträge aus Wien und Tirol
Bundesminister Peter Hanke forderte nachhaltige, effiziente und technologisch fortschrittliche Mobilitätslösungen: „Dazu braucht es den Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.“ Staatssekretärin Elisabeth Zehetner verwies auf eine aktuelle Umfrage von Statistik Austria: „Die große Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher sieht den Tourismus als wichtigen Teil unserer Gesellschaft. Das zeigt eine hohe Akzeptanz und gibt uns Rückenwind für die Tourismuspolitik.“ Tourismus- und Wirtschaftslandesrat Mario Gerber betonte die Anliegen der Bevölkerung: „Einheimischentarife sind mehr als ein finanzieller Vorteil – sie sind Ausdruck von Wertschätzung. Unser Ziel ist es, faire Zugänge zu Freizeit- und Tourismusangeboten sicherzustellen, ohne gegen europäische Vorgaben zu verstoßen.“
Nachhaltigkeit als Markenzeichen Tirols
Martin Reiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Holding, hob die Bedeutung der europäischen Vernetzung hervor: „Tirol zählt zu den stärksten Tourismusregionen Europas. Kooperation auf höchster Ebene ist entscheidend, um die nachhaltige Entwicklung konsequent weiterzuführen.“ Karin Seiler, Geschäftsführerin der Tirol Werbung, verwies auf Tirols Vorreiterrolle: „Fünf Regionen und 118 Betriebe wurden mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert. 71 Prozent unserer deutschen Gäste sehen Tirol als Vorreiter im Alpenraum in Sachen Nachhaltigkeit.“ Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll betonte die Gemeinsamkeiten: „Tirol und Salzburg verbindet die Überzeugung, dass der nachhaltige Tourismus die tragende Säule unserer wirtschaftlichen Entwicklung ist.“
Rund 100 Expertinnen und Experten diskutierten
Rund 100 Fachleute aus Wirtschaft, Tourismus und Wissenschaft nahmen an der Veranstaltung teil. Das Programm wurde durch weitere Expertenstatements ergänzt, unter anderem von Reinhard Klier (Seilbahnsprecher Tirol) und Hubert Siller (Leiter MCI Tourismus).


