Flughafen Linz sichert 1.700 Arbeitsplätze und 130 Millionen Euro Wertschöpfung für Oberösterreich

Dezember 2, 2025 16:23
Flughafen Linz sichert 1.700 Arbeitsplätze und 130 Millionen Euro Wertschöpfung für Oberösterreich

Eine neue Analyse der Johannes Kepler Universität Linz zeigt deutlich, dass der Flughafen Linz ein zentraler wirtschaftlicher Motor für Oberösterreich ist. Die vom Land Oberösterreich beauftragte Studie untersuchte die volkswirtschaftlichen und regionalen Effekte des Flughafens und liefert damit eine sachliche Grundlage für zukünftige Entscheidungen. Das betonte Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner bei einer Pressekonferenz mit Teodoro D. Cocca von der Johannes Kepler Universität Linz. Darüber berichtet Welt Stimme.

Der Flughafen Linz bleibt einer der wichtigsten strategischen Faktoren für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Oberösterreich. Dies bekräftigt eine neue Studie der Johannes Kepler Universität Linz und auch Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, der betont: „Der Flughafen Linz ist eine unverzichtbare Logistikeinrichtung für unser Bundesland – als Tor zur Welt und als Standortfaktor für Industrie, Forschung und Export.“

Um fundierte Entscheidungen über die Zukunft des Flughafens zu treffen, wurde an der JKU eine umfassende Studie in Auftrag gegeben. Professor Teodoro Cocca untersuchte die regionale und volkswirtschaftliche Bedeutung des Flughafen Linz.

Volkswirtschaftliche Bedeutung des Linz Airports

Die Studie zeigt: Der Flughafen Linz generierte eine Wertschöpfung von 128,5 Millionen Euro und sichert 1.700 Arbeitsplätze in der Region. „Hier muss es im Interesse des Landes bleiben, den Flughafen zu erhalten“, sagt Cocca. Der militärische Teil sowie ökologische Effekte wurden bewusst nicht bewertet, um sich auf wirtschaftliche Kennzahlen zu konzentrieren.

Cocca erklärt weiter: „Jede einzelne Arbeitsstelle am Flughafen schafft zudem indirekt weitere 0,9 Arbeitsplätze in Oberösterreich. Besonders deutlich wird der wirtschaftliche Einfluss der Flughafen Linz GesmbH: An jedem Arbeitsplatz des Unternehmens hängen weitere 4,6 Jobs am Flughafengelände.

51 Millionen Euro an Steuereinnahmen

Mit einem Wertschöpfungsmultiplikator von 0,71 generiert jeder am Flughafen erwirtschaftete Euro zusätzlich 71 Cent in anderen Wirtschaftsbereichen der Region. Auch die öffentliche Hand profitiert klar, denn die fiskalischen Einnahmen werden auf 51 Millionen Euro geschätzt. „Die aktuellen Daten zeigen klar, dass der Flughafen Linz ein bedeutender Motor für Beschäftigung und regionale Wertschöpfung bleibt – auch wenn die betriebswirtschaftliche Rentabilität begrenzt ist. Aufgrund der starken positiven Effekte ist eine öffentliche Förderung des Flughafens volkswirtschaftlich gut begründbar“, betont der JKU-Professor.

Achleitner: „Der Flughafen ist essenziell für unsere Exportwirtschaft“

Für Landesrat Achleitner liegt die Bedeutung des Flughafens auf der Hand: „Wir müssen unsere Wirtschaftsvertreter, unsere Forscherinnen und Forscher und unsere exportorientierten Unternehmen in die Welt hinausbringen. Darum hat die Absicherung und Weiterentwicklung des Flughafens höchste Priorität.“

Eine funktionierende Anbindung an ein Drehkreuz wie Frankfurt sei dafür entscheidend. Die derzeit laufende PSO-Ausschreibung für die Strecke Linz–Frankfurt läuft bis Anfang Jänner 2026. „Dann werden wir sehen, unter welchen Bedingungen die Verbindung aufrechterhalten werden kann“, so Achleitner, der auch eine mögliche Anschubfinanzierung der Eigentümer – Land OÖ und Stadt Linz – für die Strecke Linz-Frankfurt ins Spiel bringt. Achleitner: „Das kann aber nur eine Anschubfinanzierung sein. Die Strecke muss sich dann wirtschaftlich selbst tragen.“

Maßnahmen laufen bereits – Strategie in Umsetzung

Neben der Ausschreibung der Strecke Linz-Frankfurt sind bereits zentrale Schritte zur Stärkung und Weiterentwicklung des Flughafens im Gange. Auf näheren Details wollte der Landesrat nicht eingehen. Achleitner: „Es geht darum, Kosten zu senken und die Effizienz am Flughafen zu steigern.“

Auch personell wird der Flughafen neu aufgestellt: „Wir schreiben die neue Geschäftsführung im Dezember 2026 aus. Eine Personalberatung ist bereits beauftragt. Der aktuelle Direktor geht Ende 2026 in Pension“, erklärt Achleitner.

Starke militärische Kooperation und große Investitionen

Für Achleitner bleibt das Bundesheer – der Flughafen Linz hat eine zivile Nutzung – ein starker Partner. Über eine Milliarde Euro werden in den kommenden Jahren investiert, sodass moderne Gerätschaften ab 2028 nach Linz verlegt werden können. „Wir arbeiten weiterhin eng mit dem Bundesheer zusammen, um Synergien bestmöglich zu nutzen“, sagt Achleitner.

Fracht als starkes Standbein – aber Sorge vor europäischer Entwicklung

Mit 53.000 Tonnen Fracht ist Linz der zweitgrößte Cargo-Flughafen Österreichs. Dennoch beobachtet man eine besorgniserregende Entwicklung: Airlines ziehen sich zunehmend von Regionalflughäfen zurück. „Das können wir auf europäischer Ebene nicht akzeptieren“, warnt Achleitner. Eine zentrale Forderung ist die Abschaffung der Luftverkehrsabgabe. Achleitner: „Sie benachteiligt österreichische Flughäfen massiv. Wir wollen gleiche Wettbewerbsbedingungen.“

„Wir werden den Flughafen absichern“

Achleitner fasst die Zukunftsstrategie klar zusammen: „Unser Flughafen erfüllt fünf zentrale Aufgaben: Er unterstützt das Militär, bietet Charterflüge, hält die Anbindung an einen Hub, ist für Geschäftsreisen notwendig und ist ein Frachtzentrum. Wir werden ihn absichern – und damit auch die Unternehmen, die daran hängen.“ Bis zum ersten Quartal 2026 sollen zentrale Entscheidungen fallen. Die PSO-Ausschreibung für die Frankfurt-Strecke gilt dabei als „Pioniertat in Europa“, wie der Landesrat betont. Sie könnte ein Modell für andere Regionen werden.

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