Gasthaus Jaindl in Königsdorf schließt seine Pforten
Das traditionsreiche Gasthaus Jaindl im Lafnitztal wird geschlossen. Ein Nachfolger oder Pächter ist derzeit nicht in Sicht. Die Schließung erfolgt am 30. August.
KÖNIGSDORF (ps). Die letzten Betreiber des Familienbetriebs, Harald und Klaus Jaindl, beenden ihre Tätigkeit. Harald geht in den Ruhestand, während die Kinder nicht in die Fußstapfen der Eltern treten wollen. Für Klaus, den verbleibenden Betreiber, ist der Betrieb zu groß, auch wenn seine Schwester Petra Unterstützung bietet. Der älteste Bruder, Erwin, ist bereits im Ruhestand.
Die Anfänge des Gasthauses
Mit einem nostalgischen Blick zeigen die Jaindl-Geschwister ihrer Mutter Gertraud das Familienalbum. Ursprünglich war das Gasthaus ein Teil des Gasthauses Gross, das 1949 auf der gegenüberliegenden Seite der B 65 von Maria und Gustav Gross betrieben wurde. Der Standort an der Bundesstraße, der zwischen Königsdorf Dorf und Bergen liegt, erwies sich als ideal, was zur Expansion und zum Bau eines neuen, größeren Gasthauses mit Fremdenzimmern führte.
„Mit dem Feuerwehrball 1979 eröffneten wir das Gasthaus Zur Römersiedlung“, erinnert sich Gertraud Jaindl, die den Betrieb zusammen mit ihrem Ehemann Erwin führte.
Wichtige Unterkunft für Arbeiter
Das Gasthaus diente als Unterkunft für Durchreisende, Jäger, Arbeiter und Fernfahrer. Hauptsächlich kamen italienische und rumänische Gäste. Während des Baus der S7 war das Gasthaus eine wichtige Anlaufstelle für Management und Arbeiter, die dort längerfristig unterkamen. Auch nach der Eröffnung der Schnellstraße blieb die Gästestruktur stabil, da viele Stammkunden an die schönen Zeiten im Gasthaus zurückdachten.
Die großzügigen Räumlichkeiten und Parkplätze ermöglichten es, größere Gesellschaften und Busreisende zu empfangen. Die Schließung des Lokales stellt einen erheblichen Verlust für die lokale Bevölkerung dar, die das Gasthaus auch während ihrer Pausen besuchten und so soziale Kontakte pflegen konnten.
Einordnung
Die Schließung des Gasthauses Jaindl bedeutet das Ende eines Traditionsstandorts in der Region, der viele Jahre als sozialer Treffpunkt und wichtige Unterkunft fungierte. Die Schließung hat Auswirkungen auf das lokale Gemeinschaftsleben und die Versorgung von Reisenden und Arbeitern in der Umgebung.


