Gewerkschaft fordert Gebühren für Betriebe ohne ausgebildete Lehrlinge in Österreich

August 18, 2026 16:35
Gewerkschaft fordert Gebühren für Betriebe ohne ausgebildete Lehrlinge in Österreich

PRO-GE fordert Ausbildungsfonds für Lehrlinge

Die Produktionsgewerkschaft PRO-GE hat einen Fonds gefordert, um die Ausbildung von Lehrlingen in Österreich zu fördern. Rund 20.000 Jugendliche benötigen dringend einen regulären Ausbildungsplatz.

Reinhold Binder, Vorsitzender der PRO-GE, kritisierte, dass 86 Prozent der Unternehmen nicht in die Ausbildung investieren, während diese Fachkräfte später von den restlichen 14 Prozent abgeworben werden. Er bezeichnete dieses Verhalten als unsolidarisch und ökonomisch kurzsichtig. Der geforderte Ausbildungsfonds soll von Betrieben finanziert werden, die Ausbildungsplätze bieten könnten, jedoch darauf verzichten.

Im vergangenen Jahr suchten 5.500 Jugendliche erfolglos eine Lehrstelle, insgesamt benötigen laut PRO-GE etwa 20.000 junge Menschen einen Platz in einer regulären Ausbildung. Gleichzeitig ist die Zahl der aktiven Lehrbetriebe von 38.132 im Jahr 2007 auf 25.168 Ende 2025 gesunken. Die Ausbildung im ersten Jahr hat sich von 38.518 im Jahr 2000 auf 30.625 verringert. Besonders im Osten Österreichs und in Wien fehlen Ausbildungsplätze, während im Westen Stellen offen bleiben.

Die Wirtschaftskammer (WKÖ) argumentiert, dass viele Unternehmen keine geeigneten Bewerber finden können. Laut WKÖ wären 53 Prozent der Betriebe bereit, mehr Lehrlinge auszubilden, wenn genügend Interessenten vorhanden wären. Die Ausbildungskosten haben ebenfalls zugenommen, mit einem durchschnittlichen Kostenaufwand von rund 33.000 Euro pro Lehre, unter Berücksichtigung von Produktivität und Förderungen.

Einordnung

Die Forderung nach einem Ausbildungsfonds soll dazu beitragen, die Ausbildungslücke zu schließen und mehr Jugendliche in reguläre Ausbildungsplätze zu bringen. Dies könnte langfristig die Fachkräfteknappheit verringern und die wirtschaftliche Situation in den betroffenen Regionen stabilisieren.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Deutliche Ernteeinbußen bei Obst und Gemüse in Österreich prognostiziert
Vorheriger artikel

Deutliche Ernteeinbußen bei Obst und Gemüse in Österreich prognostiziert

Selenskyj reagiert auf Angriff in Charkiw und kündigt Maßnahmen an
Nächster artikel

Selenskyj reagiert auf Angriff in Charkiw und kündigt Maßnahmen an

Nicht verpassen