Die Firma „GAT Retail GmbH“ (bis 21. August noch „Ludwig Görtz GmbH“) ist insolvent, die Rede ist von fast 2,3 Millionen Euro an Schulden. Betroffen sind unter anderem zwei Filialen in Wien.
WIEN. Am Donnerstag, dem 4. Januar 2025, wurde bekannt, dass über das Vermögen der „GAT Retail GmbH“ ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet wurde. Dies wurde durch den Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) mitgeteilt. Das Verfahren betrifft zwei Filialen in Wien: Mariahilfer Straße 32 (7. Bezirk) und Alser Straße 8 (9. Bezirk). Insgesamt sind österreichweit sieben Standorte betroffen, darunter auch Geschäfte in Graz, Vösendorf, Salzburg, Krems und Fohnsdorf (Steiermark). Darüber berichtet Welt Stimme.
Der Hintergrund der Insolvenz ist die Pleite der Görtz Gruppe im benachbarten Deutschland, der die GAT Retail GmbH angehört. Aufgrund dieser finanziellen Schwierigkeiten wurden Lieferungen an die österreichische Tochtergesellschaft storniert, was zu einem signifikanten Umsatzeinbruch führte. Zudem kam es aufgrund von IT-Problemen zu Fehlinformationen hinsichtlich des Warenbestands.
Zu hohe Mieten in Österreich
Bolko Kissling, der neue Geschäftsführer mit Sitz in Wien, äußerte in einem Interview mit dem „Standard“ seine Bedenken über die hohen Mieten in Österreich, machte jedoch auch positive Bemerkungen über das Modebewusstsein der heimischen Kundschaft. Die Schließung von Filialen scheint nun unausweichlich.
Betroffen von der Insolvenz sind 59 Mitarbeiter, deren Gehälter bis einschließlich Juli 2025 bezahlt wurden, sowie 108 Gläubiger. Die Schulden belaufen sich auf 2,28 Millionen Euro. Das Unternehmen strebt eine Fortführung im Rahmen eines Sanierungsplans an und plant, die Gläubiger mit einer 20-prozentigen Quote, zahlbar innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Plans, zu befriedigen.
Sanierungskonzept in Arbeit
Wie das Unternehmen mitteilt, wurde bereits ein Sanierungskonzept erarbeitet, das Restrukturierungsmaßnahmen umfasst. Diese Maßnahmen sollen die Fortführung des Unternehmens ohne Ausfall für die Gläubiger gewährleisten. Unter den geplanten Schritten sind die Umstellung des Waren- und Kassensystems, die Schließung kostenintensiver Standorte und die Wiedereröffnung des Online-Shops.


