Die Sparte Information & Consulting der Wirtschaftskammer Tirol hat das Projekt „Finanzdschungel“ gestartet, mit dem Kinder in Tiroler Schulen spielerisch an Finanzbildung herangeführt werden sollen. Die Initiative richtet sich an Neun- bis Zwölfjährige.
Der „Finanzdschungel“ soll finanzielle Zusammenhänge altersgerecht vermitteln und kommt vor dem Hintergrund hoher Lebenshaltungskosten, steigender Wohnkosten, schwieriger Finanzierungsbedingungen und einer angespannten wirtschaftlichen Lage für Haushalte und Unternehmen.
Angesprochen sind laut der Darstellung Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klassen Volksschule, der 1. und 2. Klassen Mittelschule sowie der 1. Klasse Gymnasium. Die Wirtschaftskammer Tirol verweist dabei auf ihre Forderung, dass Finanzbildung früh beginnen und als Pflichtfach in den Schulen verankert werden solle.
Entwickelt, gestaltet und umgesetzt wurde das Projekt im Auftrag der Sparte Information & Consulting und der Fachgruppe der Finanzdienstleister der Wirtschaftskammer Tirol von EEC – Die Bildungswerkstatt. Als zentrales Material kommt Holz zum Einsatz; Kunststoff und andere Materialien wurden nur dort verwendet, wo es aus Gründen der Hygiene, Sicherheit oder Haltbarkeit notwendig war.
Zu den interaktiven Elementen zählen eine „Schatzkarte“, ein „Schuldenberg“, „magische Kreditboxen“ und der „Pleitegeier“. Spartenobfrau Sybille Regensberger sagte dazu: „Der richtige Umgang mit Geld gehört zu den wichtigsten Kompetenzen für das spätere Leben. Deshalb soll Finanzbildung verbindlich im Unterricht verankert werden. Wir zeigen mit dem Projekt Finanzdschungel, dass dieses Wissen altersgerecht und verständlich aufbereitet werden kann“.
Ihr Stellvertreter Michael Posselt ergänzte: „Finanzbildung muss nicht trocken oder kompliziert sein. Wenn Kinder selbst entdecken, ausprobieren und Zusammenhänge erleben, wird aus einem vermeintlich schwierigen Thema ein spannendes Abenteuer. Genau hier setzt unser Finanzdschungel an“.
Als Hintergrund verweist die Kammer auch auf bundesweite Insolvenzzahlen: Im vergangenen Jahr wurden in Österreich 8.766 Privatinsolvenzen registriert, bei den Unternehmen stieg die Zahl der Insolvenzen um 3,4 Prozent auf 6.810 Fälle. Laut KSV erhöhte sich die durchschnittliche Schuldenhöhe bei Privatinsolvenzen um 40.000 Euro auf rund 153.000 Euro.


