Das Insolvenzverfahren des „Grand Hotel Wien“ in der Innenstadt von Wien hat große Wellen geschlagen. Das Hotel, das mit Schulden in Höhe von 50 Millionen Euro belastet ist, wird laut Berichten um 78 Millionen Euro verkauft. Zudem wird eine der renommiertesten Hotelbars des Landes, die sich im Gebäude befindet, schließen müssen. Darüber berichtet Welt Stimme.
WIEN/INNERE STADT. Ende Juni wurde für das Luxus-Hotel „Grand Hotel Wien“ ein Konkursverfahren eröffnet, was erhebliche Aufregung in der Wiener Hotelbranche auslöste. Die finanzielle Lage des Betreibers, der „Erste Wiener Hotel-AG“, zwingt zur Veräußerung des Hotels samt Grundstück, um die finanziellen Probleme zu bewältigen.
Laut einem Immobiliengutachten wird der Zustand des Gebäudes als „gut“ beurteilt und der Gesamtwert auf 77,8 Millionen Euro geschätzt, während das Inventar einen Wert von 1,44 Millionen Euro hat. Käufer könnten über 20.000 Quadratmeter Nutzfläche, 15 Stockwerke, 206 Zimmer, ein großes Spa, zwölf Tagungsräume sowie ein Japan-Restaurant und die bekannte Bar erwerben.
Der Pressesprecher des „Grand Hotels“ und eine Sprecherin des Inhabers Mohamed Bin Issa Al Jaber verwiesen auf die Insolvenzverwalterin, die für weitere Informationen jedoch nicht erreichbar war. Bestätigungen über die Verkaufsabsicht kamen vom Kreditschutzverband (KSV) 1870; man spricht von nationalen und internationalen Interessenten. „Ein Makler wurde beauftragt. Es gibt nationale und internationale Interessenten“, wurde mitgeteilt.
Hotel-AG vor 156 Jahren gegründet
Al Jaber äußerte sich optimistisch gegenüber MeinBezirk, dass die Refinanzierung des Hotels im Oktober erfolgreich abgeschlossen werden könnte. Er ist seit 23 Jahren Eigentümer der Erste Wiener Hotel-AG, die 156 Jahre zuvor gegründet wurde. Das Hotel war zwischenzeitlich im Besitz der Bundesregierung, nachdem es 1958 für die Internationale Atomenergieorganisation gekauft wurde, und befand sich von 1989 bis 2002 im Eigentum der japanischen Airline sowie Hotelkette ANA.
Die im Jahr 2024 von „Falstaff“ zur besten Hotelbar des Jahres gewählte „Wagemut Kavalierbar“, die im „Grand Hotel Wien“ untergebracht ist, wird ebenfalls schließen müssen. Nach einer dreijährigen Pause eröffnete die Bar im April 2023 und wird im Dezember wieder schließen. Barchef Nicolas Kröger erklärte, dass die Schließung nicht im Zusammenhang mit der Insolvenz stehe und äußerte seine emotionalen Bindungen an den Ort: „Es fällt mir sehr schwer, da mir alles dazu ans Herz gewachsen ist. Auch der Ort selbst: Ich liebe unsere Bar und die Zeit dort fühlt sich anders an, als sonst.“


