HERKA GmbH und Textilveredelung Gmünd GmbH in Kautzen insolvent – Sanierung in Aussicht

Jänner 13, 2026 16:37
HERKA GmbH und Textilveredelung Gmünd GmbH in Kautzen insolvent – Sanierung in Aussicht

Die HERKA GmbH in Kautzen und die Textilveredelung Gmünd TVG GmbH im Waldviertel stehen vor der Insolvenz. Beide Betriebe sollen saniert werden. Darüber berichtet Welt Stimme.

WALDVIERTEL. In den letzten sechs Jahren sah sich die Unternehmensgruppe erheblichen Herausforderungen gegenüber. Insbesondere die langen Corona-Lockdowns, die die Nachfrage im Hotelsektor und in der Gastronomie drastisch verringert haben, sowie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine belasten die HERKA und die TVG erheblich. Die stark gestiegenen Energiekosten sowie die allgemeine Teuerung führten zu einem Anstieg der Personalkosten und stark erhöhten Preisen für Garn und Chemikalien. Diese Produktionskostensteigerungen konnten nur teilweise und verzögert an die Kunden weitergegeben werden.

Schmerzhafte Produktionsausfälle

Der Verlust eines der größten Kunden, der mittlerweile zurückgewonnen werden konnte, sowie Produktionsausfälle aufgrund von Maschinenversagen und einem Brand haben die Situation weiter verschärft. Infolgedessen wurde für die HERKA GmbH und die Textilveredelung Gmünd GmbH ein Sanierungsverfahren beantragt, welches die Fortführung beider Betriebe vorsieht.

Geschäftsführung zuversichtlich

Die Anträge werden am 12. Januar 2026 eingereicht. Thomas Pfeiffer, Geschäftsführer des seit 99 Jahren in Familienbesitz befindlichen Unternehmens, äußerte sich optimistisch: „Durch die gute Auftragslage und Marktposition sind wir zuversichtlich, dass die Fortführung und Sanierung gelingen wird und ein Großteil der 105 Arbeitsplätze gerettet werden kann. Wir sind uns unserer Verantwortung in der strukturschwachen Region im nördlichen Waldviertel bewusst und setzen alles daran, möglichst viele Menschen in Arbeit zu halten.“

Die Sanierung beinhaltet Restrukturierungsmaßnahmen in der Produktion und im Produktsortiment und wird von der Inhaberfamilie als Neuanfang betrachtet.

Mehr Details & Ausblick

Das Unternehmen beschäftigt 68 Mitarbeiter. Insgesamt sind laut Creditreform, einem staatlich anerkannten Gläubigerschutzverband, rund 135 Gläubiger betroffen, mit einer Gesamtforderung von etwa 5,34 Millionen Euro. Den Gläubigern wird eine 20-prozentige Rückzahlung über zwei Jahre im Rahmen des Sanierungsplans angeboten. Der Teilbereich „Konfektion“ soll im Zuge des Verfahrens geschlossen werden, da dieser nicht kostendeckend arbeitet.

Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Mario Noe-Nordberg in Waidhofen/Thaya bestellt. Gläubiger haben bis zum 11. Februar 2026 die Möglichkeit, ihre Forderungen über Creditreform anzumelden. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist für den 25. Februar 2026 angesetzt, während die Sanierungsplantagsatzung für den 11. März 2026 geplant ist.

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