Die Bundesregierung hat mit der Industriestrategie Österreich 2035 einen Fahrplan für die sozial gerechte und ökologische Transformation der Industrie vorgestellt. Während die IV-Burgenland die langfristigen Maßnahmen begrüßt, kritisiert Präsident Christian Strasser fehlende kurzfristige Entlastungen. Darüber berichtet Welt Stimme.
BURGENLAND. Die am Freitag präsentierte Industriestrategie Österreich 2035 – „Gemeinsam Zukunft Produzieren“ definiert eine Vision für eine sozial gerechte und ökologische Transformation der Industrie. Im Mittelpunkt stehen neun Schlüsseltechnologien und Stärkefelder, darunter Künstliche Intelligenz, Mobilitätstechnologien, Energie- und Umwelttechnologien sowie Life-Sciences. Durch Investitionen in Höhe von 2,6 Milliarden Euro bis 2029 sollen Forschung, Ausbildung und Innovation in diesen Bereichen gefördert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs langfristig zu stärken. Zudem wird eine Förderung von Fachkräften, die Einführung neuer Lehrberufe und eine stärkere Verzahnung von Industrie, Logistik und Infrastruktur angestrebt.
Die IV-Burgenland beurteilt diese langfristigen Maßnahmen grundsätzlich positiv, fordert jedoch kurzfristige Schritte zur Entlastung der Unternehmen. IV-Präsident Christian Strasser äußert: „Wir brauchen langfristige strukturelle Reformen, die unseren Standort zukunftsfit machen. Allerdings benötigen wir auch kurzfristige Maßnahmen, die jetzt wirken und unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken.“ Strasser hebt die hohen Kosten für Personal, Bürokratie und Energie hervor. „Die Senkung der Lohnnebenkosten ist ein wichtiger Hebel, um dringend benötigten Investitionsspielraum und Luft zum Wirtschaften zu schaffen. Es ist daher schade, dass diese Maßnahme unter Budgetvorbehalt steht.“
Erneuerbare Energie als wichtiger Hebel
Auf Landesebene sieht Strasser in Strom aus erneuerbaren Energiequellen einen entscheidenden Hebel. Die Energiepolitik müsse enger mit der Industriepolitik verwoben werden: „Strom, der regional produziert wird, sollte regional gespeichert und verbraucht werden. Wir müssen Energiepolitik mit Industriepolitik verschränken.“ Positiv bewertet wird der Fokus der Bundesregierung auf Speichertechnologien und Wasserstoff.
Zur jüngsten Senkung der Mehrwertsteuer äußert Strasser ebenfalls Kritik: „Die Mehrwertsteuersenkung für einzelne Produktgruppen ist nicht zielführend. Anstelle des Gießkannenprinzips wären zielgerichtete Maßnahmen angebracht. Es wäre sinnvoller, selektiv diejenigen Personengruppen zu entlasten, die Unterstützung benötigen.“


