Landwirtschaftskammer-Wahl: Neue Kandidaten für den Bauernbund im Bezirk Deutschlandsberg
Politisch kantiger und präsenter – so geht der Bauernbund in die Landwirtschaftskammer-Wahl am 25. Jänner 2026. Im Bezirk Deutschlandsberg wurden bei einem Pressetermin die Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl vorgestellt. Darüber berichtet Welt Stimme.
Im Mittelpunkt steht LK-Präsident Andreas Steinegger als steirischer Spitzenkandidat. Der ÖVP-Bauernbund wird im Bezirk durch Christian Polz vertreten, der seit 2016 Amtsinhaber ist. „Unser Bezirk hat alles an Landwirtschaft, was es gibt – auch Weinbau, Direktvermarktung oder Teichwirte“, betont Polz, dessen Bezirk als teichreichster in der Steiermark gilt. 60 Prozent der Fläche entfallen jedoch auf die Forstwirtschaft, während 95 Prozent der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe Familienunternehmen sind.
Die Kandidaten
Mit Christian Polz (Schweine- und Ackerbauer sowie Betreiber einer Biogasanlage) an der Spitze stellen sich 30 Kandidatinnen und Kandidaten des Bauernbunds der Wahl. Weitere Kandidaten sind:
- Franz Silly, Bürgermeister und Weinbauer aus St. Martin: „Gemeinde und Landwirtschaft ergänzen sich oft, die Rahmenbedingungen werden immer schwieriger – auch wenn man als Gemeinde helfen will.“
- Margret Schmitt, Direktvermarkterin aus Groß St. Florian: „Ich bin neu als Kandidatin, um mich für die Bäuerinnen zu engagieren.“
Für die Landeskammer kandidieren unter anderem Gottfried Loibner (Landwirt aus St. Martin), Carl Croy (Forstwirt aus St. Oswald) und Alois Kiegerl (Landwirt aus Trahütten).
Die Zahl der Landwirte im Bezirk ist gesunken, was sich auch bei den Wahlberechtigten widerspiegelt. „Die Anzahl der Bauern ist nicht so groß, aber wir müssen gehört werden“, erklärte Johann Gegg, ein Landwirt aus Bad Schwanberg. Wählen dürfen nicht nur Landwirte, sondern auch Grundbesitzer unabhängig von der Größe, was laut Polz zur niedrigen Wahlbeteiligung beiträgt. Bei der letzten Wahl 2021 lag diese in Deutschlandsberg bei nur 27 Prozent.
Höhere Wahlbeteiligung
Polz nannte das Ziel einer erhöhten Wahlbeteiligung: „70 Prozent plus leicht ausbauen.“ 2021 erreichte der Bauernbund knapp die 70 Prozent in der Bezirkskammer. In der Landeskammerwahl schaffte man in Deutschlandsberg jedoch einen leicht schlechteren Wert. Im aktuellen Bezirkskammer sind zwölf von 15 Mandaten in Bauernbund-Händen.
„Es ist ganz wichtig, wählen zu gehen, um unsere Stimme für eine produzierende Landwirtschaft einbringen zu können“, betonte LK-Vizepräsidentin Maria Pein. Im vergangenen Jahr wurden 120.000 Beratungsstunden geleistet, 230 Gesetzesentwürfe bearbeitet und es gab 22.000 Teilnahmen an Weiterbildungskursen.
Die Themen des Bauernbunds sind landesweit ähnlich: mehr Entscheidungsfreiheit, weniger Bürokratie und der „nicht verhandelbare“ Schutz von Eigentum. Polz fordert moderne Pflanzenschutzmittel, die in anderen EU-Ländern zugelassen sind, in Österreich jedoch oft nicht. „Die brauchen wir, weil wir eine Region haben, wo es mehr regnet als woanders“, erläutert er.
Forderungen für Mercosur
In Bezug auf das Freihandelsabkommen Mercosur äußerte sich die Landwirtschaftskammer skeptisch. Steinegger bekräftigte jedoch, die demokratische Zustimmung zu akzeptieren und nach vorne zu blicken. Ein Fünf-Punkte-Programm mit Forderungen zu Herkunftskennzeichnungen, Produktionsstandards und Kontrollen wurde erarbeitet.


