Am Montag, dem 9. März 2026, wurde über das Vermögen der Nothegger Transport Logistik GmbH aus St. Ulrich am Pillersee ein Insolvenzverfahren in Form eines Konkursverfahrens eingeleitet. Rund 300 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen. Darüber berichtet Welt Stimme.
Das Verfahren wurde am Landesgericht Innsbruck eröffnet, wie die Informationen des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) und des KSV1870 bestätigen. Die Insolvenz wurde von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) beantragt, aufgrund von Zahlungsrückständen in Millionenhöhe.
Berichten zufolge beliefen sich die offenen Forderungen der ÖGK zuletzt auf etwa 3,18 Millionen Euro. Trotz wiederholter Teilzahlungen im Rahmen des Insolvenzeröffnungsverfahrens ist es dem Unternehmen nicht gelungen, eine nachhaltige Lösung für die Zahlungsunfähigkeit zu finden.
Gestundete Corona-Abgaben belasteten Liquidität
Der KSV1870 hat zudem festgestellt, dass die Rückzahlung von während der Corona-Pandemie gestundeten Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen die finanzielle Situation des Unternehmens erheblich belastete. Die Stundungen wurden offenbar „großzügig“ in Anspruch genommen, doch nach dem Ende der Pandemie konnte das Unternehmen nicht genügend Vorkehrungen für die Rückzahlung treffen. Eine Prüfung der ÖGK ergab zudem Nachforderungen von Sozialversicherungsbeiträgen in Millionenhöhe.
Investor und Immobilienverkauf geplant
Im Rahmen des Insolvenzeröffnungsverfahrens, über das der KSV1870 informiert wurde, war auch ein Einstieg eines Investors geplant. Dies konnte jedoch nicht rechtzeitig umgesetzt werden. Zudem war ein kurzfristiger Verkauf einer Immobilie vorgesehen, um zusätzliche Liquidität zu schaffen, jedoch wurde dieses Rechtsgeschäft nicht fristgerecht finalisiert.
Unternehmen seit 1992 im Transportgeschäft
Die Nothegger Transport Logistik GmbH ist laut AKV seit 1992 im Transportgewerbe tätig. Der Sitz des Unternehmens befindet sich in St. Ulrich am Pillersee. Geschäftsführer ist Karl Nothegger, der auch Gesellschafter des Unternehmens ist, während die Nothegger Holding GmbH weitere Anteile hält.
Schulden im zweistelligen Millionenbereich
Die größten Verbindlichkeiten belaufen sich laut Alpenländischem Kreditorenverband auf rund 9,25 Millionen Euro gegenüber Banken, etwa 3,18 Millionen Euro gegenüber der ÖGK sowie rund 1,8 Millionen Euro gegenüber dem Finanzamt. Insgesamt wird von Passiva in Höhe von etwa 15 Millionen Euro ausgegangen, zuzüglich weiterer Forderungen von Lieferanten.
Dem gegenüber stehen Vermögenswerte wie ein umfangreicher Fuhrpark, die Betriebsliegenschaft in St. Ulrich am Pillersee sowie Beteiligungen an verbundenen Unternehmen. Der geschätzte Sachwert der Liegenschaft beträgt laut AKV rund 1,9 Millionen Euro, während der Buchwert der Fahrzeuge zum 31. Dezember 2024 bei etwa 9,67 Millionen Euro lag.
Fortführung wird geprüft
Ob das Unternehmen im Rahmen des Insolvenzverfahrens fortgeführt werden kann, ist derzeit ungewiss. Die Insolvenzverwaltung wird nun prüfen, ob ein Weiterbetrieb ohne Nachteile für die Gläubiger möglich ist, um möglicherweise eine Sanierung zu erreichen. Zur Insolvenzverwalterin wurde die HRR Rechtsanwälte GmbH aus Wörgl bestellt.
Gläubiger haben bis zum 27. April 2026 Zeit, ihre Forderungen anzumelden. Die erste Prüfungstagsatzung wurde vom Landesgericht Innsbruck für den 11. Mai 2026 angesetzt.


