Österreichischer Weinbauer erzielt Spitzenwertung in den USA – Chancen und Herausforderungen für ein Nischenprodukt
VELM-GÖTZENDORF. Das US-Magazin Wine Enthusiast hat den NUMEN Riesling 2021 des österreichischen Weinbauers Johannes Zillinger aus Velm-Götzendorf mit 96 Punkten ausgezeichnet. Damit wurde dieser Wein nicht nur als bester österreichischer Wein, sondern auch als bester Riesling des gesamten Jahres weltweit eingestuft. Darüber berichtet Welt Stimme.
Internationale Resonanz stärkt Nachfrage
Die Einreichung des Weines erfolgte durch Zillingers Importeur in New York und kam für den Winzer überraschend. Die Auswirkungen der Spitzenbewertung sind jedoch spürbar, da Wine Enthusiast zu den einflussreichsten Publikationen in Nordamerika zählt, deren Bewertungen Kaufentscheidungen erheblich beeinflussen.
Obwohl die vollständige Printausgabe erst im Dezember veröffentlicht wird, verzeichnet das Weingut bereits nach der Online-Präsentation erste Reservierungen aus Übersee, was auf ein gesteigertes Interesse sowohl international als auch national hinweist.
Qualität vor Wachstum
Trotz der erhöhten Nachfrage beabsichtigt Zillinger nicht, die Produktion auszuweiten. Mit einer bewirtschafteten Fläche von rund 21 Hektar sieht er seine Kapazitätsgrenze erreicht und strebt sogar eine Reduzierung auf etwa 18 Hektar an. Der Betrieb arbeitet seit über vier Jahrzehnten biologisch und seit 13 Jahren biodynamisch, was den Ertrag „auf natürliche Weise“ reduziert und entscheidend zur angestrebten Spitzenqualität beiträgt.
Zillinger lehnt ein Wachstum um jeden Preis ab und stellt die Frage: „Muss man immer wachsen?“ Er betont die Notwendigkeit einer Balance zwischen Qualität, Handwerk und persönlicher Arbeitsbelastung. Seiner Ansicht nach sind große Mengen nicht mit der Erzeugung hochwertiger Weine vereinbar.
Wein als Nischenprodukt mit globaler Nachfrage
Über 80 Prozent der Produktion exportiert das Weingut in nicht deutschsprachige Länder, was zeigt, dass österreichischer Wein international gefragt ist. Dennoch bleibt Österreich aufgrund der vergleichsweise kleinen Produktionsmengen weltweit ein Nischenanbieter, abgesehen vom deutschen Markt.
Österreichische Naturweine und low-intervention Weine genießen international hohes Ansehen. Der Winzer sieht die Möglichkeit für kleine und mittelgroße Betriebe in einer marktgerechten Produktion mit einem konsequenten Fokus auf Qualität. In einem bereits gesättigten globalen Weinmarkt bezeichnet er eine Überproduktion als kontraproduktiv und belastend für die Branche.
Zillinger lehnt entalkoholisierte Weine ab, da diese technisch und energieintensiv hergestellt werden und seiner Meinung nach wenig mit traditionellem Wein gemeinsam haben. Anstelle dieser kommen hochwertige Traubensäfte als Alternative in Betracht, während der Fokus seines Betriebs klar auf der Weinproduktion liegt.


