Kritik am BAV: Zellinger verliert Altpapiergeschäft in Urfahr-Umgebung ab 2026

Oktober 15, 2025 20:13
Kritik am BAV: Zellinger verliert Altpapiergeschäft in Urfahr-Umgebung ab 2026

Eine Neuausschreibung des Bezirksabfallverbands für die Altpapierabfuhr in Urfahr-Umgebung sorgt für Wirbel.

URFAHR-UMGEBUNG. Bei der europaweiten Ausschreibung der Altpapierabfuhr in den Regionen Urfahr-West, Gusental und Sterngartl wird die Entsorgungsfirma Zellinger aus Walding ab Januar 2026 nur noch im Sterngartl tätig sein. Derzeit sind die Waldinger in der gesamten Region aktiv und holen die Tonnen mit Altpapier ab, ab 2026 müssen sie ihre Geschäfte mit bezirksfremden Entsorgern teilen. Darüber berichtet Welt Stimme.

Defizit-Geschäft

Der Grund für diese Veränderungen liegt in der Kündigung des Vertrags durch Zellinger Ende 2024, wie Geschäftsführer Jürgen Humer-Zellinger bestätigt. „Das Geschäft mit dem Altpapier war seit Jahren defizitär. Die Vergütung auf Gewicht basiert auf einem alten Schlüssel. Wir wollten eine neue Lösung mit dem Bezirksabfallverband (BAV) finden“, erklärt Humer-Zellinger. Zudem führen die vermehrten Paketzustellungen dazu, dass mehr leichtere Kartonagen als Papier in den Containern landen. Gleichzeitig sind die Transport- und Personalkosten stark gestiegen.

„Verantwortungslosigkeit“

Die Entscheidung des BAV steht stark in der Kritik. Geschäftsführer Johannes Wipplinger sieht sich vorwurfsvoll angegriffen, während Zellinger Unterstützung von den ehemaligen Bürgermeistern Josef Eidenberger und Josef Buchner (Steyregg) erhält. Diese bezeichneten es als „Verantwortungslosigkeit“, in Krisenzeiten die regionale Wirtschaft zu übergehen, die für Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Kommunalsteuereinnahmen sorgt. Sie empfinden die Neuvergabe als „fragwürdig“, da die Kosten für die Papierabfuhr zukünftig höher sein werden. Zellinger setzt seit Frühjahr 2025 vier E-Müll-Lkw ein und wurde dafür mit dem Regionalitätspreis ausgezeichnet. Wipplinger kontert die Kritik: „Wir sind bei der Ausschreibung dem Bürger verpflichtet und müssen Preise einholen. Auch der Landesrechnungshof forderte eine Gemeinde in Urfahr-West zur Kostensenkung auf. Außerdem hatte Zellinger beinahe ein Monopol.“ Humer-Zellinger weist den Vorwurf des Monopols zurück: „Es gab in den vergangenen Jahren immer Mitbewerber bei den Ausschreibungen. Außerdem hätte uns der BAV auch selbst kündigen können.“ Er merkt an, dass der Bruch mit dem Regionalitätsprinzip auch den Urfahraner Bürgermeistern zunehmend bewusst wird.

Neue Aufteilung

Ab 2026 wird in den Urfahr-West-Gemeinden sowie in Kirchschlag die FCC Austria Abfall Service GmbH die Altpapierentsorgung übernehmen. Dies dürfte Zellinger besonders schmerzen, da sich auch Walding in diesem Gebiet befindet. In der Region Gusental verantworten die Brandner Österreich GmbH und Leitner Pasching die Fahrten. Zellinger wird zusammen mit der Firma Süß Bad Leonfelden nur in der Region Sterngartl zum Einsatz kommen.

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