Lehrlingsausbildung im Bezirk Perg: Mehrheit der Jugendlichen wählt berufliche Ausbildung
Im Bezirk Perg entscheiden sich nach wie vor viele junge Menschen für eine Lehre, insbesondere in den Bereichen Handwerk, Handel und Gastronomie. Am 24. und 25. September erscheint der Bericht zur LehrlingsRundSchau.
Mit Ende 2025 waren in der Region 994 Lehrlinge registriert, 49 weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang war in den letzten zwei Jahren stärker ausgeprägt. Männer sind in der Ausbildung überrepräsentiert: Sieben von zehn Lehrlingen sind männlich. In der Region stehen mehr als 100 Lehrberufe zur Verfügung, ausgeübt von 233 Ausbildungsbetrieben.
Vielfältige Ausbildungsangebote
Eveline Grabmann, Obfrau der Wirtschaftskammer Perg, betont die Breite der Ausbildungsangebote. Neben Handwerk und Technik seien auch Handel, Tourismus sowie zahlreiche Dienstleistungssektoren auf der Suche nach Talenten. Grabmann erklärt: „Gerade in Bereichen, in denen persönliche Beratung und handwerkliches Geschick gefragt sind, bleibt gut ausgebildetes Personal essenziell.“ Ihr Ratschlag: „Ausprobieren und schnuppern! Berufsbilder haben sich erheblich gewandelt und können am besten direkt im Betrieb erfahren werden.“
Eveline Grabmann, Obfrau WKO Perg: „Eine Lehre ist heute keine Entscheidung gegen eine Karriere, sondern kann der Beginn einer sehr erfolgreichen beruflichen Laufbahn sein.“
Wichtige Überlegungen vor der Wahl
Bei der Wahl des Berufes sollten Jugendliche nicht nur ihre Interessen berücksichtigen, sondern auch reflektieren, wo ihre Stärken liegen und welches Arbeitsumfeld zu ihnen passt. „Veranstaltungen wie die Messe ‚Treffpunkt Lehre & Schule‘ sind entscheidend, um ein breites Spektrum an Lehrberufen kennenzulernen“, so Grabmann.
Relevanz für den Wirtschaftsstandort
Eva Steinkellner, Leiterin der WKO Perg, hebt die Bedeutung der Lehrlingsausbildung hervor: „Die Ausbildung junger Menschen ist eine Investition in die Zukunft der Region. Sie schafft die Fachkräfte von morgen und stärkt den Wirtschaftsstandort.“ Lehrbetriebe zeigen regelmäßig bei Landes- und internationalen Wettbewerben, welches Niveau eine Lehre erreichen kann. Steinkellner fügt hinzu: „Ausbildung erfordert auch eine persönliche Betreuung, was in unseren regionalen Betrieben möglich ist.“
Nachgefragte Berufe und Herausforderungen
Auf dem Arbeitsmarkt sind Fachkräfte mit Lehrabschluss sehr begehrt. Aktuell sind Lehrlinge besonders in den Bereichen Handel, Metall und Elektro, Tischler, Gebäudetechnik und Gastronomie gefragt. Die WKO Perg schätzt, dass handwerkliche und technische Berufe langfristig wichtig bleiben, obwohl Digitalisierung und Automatisierung die Anforderungen verändern. Berufe mit Kundenkontakt und individuellen Dienstleistungen werden ebenfalls weiterhin von hoher Bedeutung sein.
Die sinkende Zahl an Lehrlingen hat mehrere Ursachen. Steinkellner nennt die demografische Entwicklung sowie den Anstieg der Jugendlichen in weiterführenden Schulen in der starken Schulregion. Zudem bestehen oft Diskrepanzen zwischen Bewerbern und Lehrstellen. Auch die verringerten Lehrbetriebe sind auf den hohen Aufwand für Ausbildung zurückzuführen, welcher durch Spezialisierung und flexible Geschäftsmodelle anspruchsvoller geworden ist.
Einordnung
Die Veränderung in der Zahl der Lehrlinge zeigt, wie sich die Ausbildungslandschaft im Bezirk Perg anpasst. Die Herausforderung, junge Menschen für handwerkliche und technische Berufe zu gewinnen, bleibt relevant, insbesondere in einer sich wandelnden Wirtschaft. Dies hat Auswirkungen auf die zukünftige Fachkräfteverfügbarkeit in der Region.


