Luxusprojekt „Six Senses“ in Mittersill: Rücktritt von Geschäftsführer erhöht Druck auf Bauvorhaben

Feber 26, 2026 16:17
Luxusprojekt "Six Senses" in Mittersill: Rücktritt von Geschäftsführer erhöht Druck auf Bauvorhaben

Ein weiterer Rückschlag für das umstrittene Luxusprojekt „Six Senses“ am Pass Thurn: Nach dem Abgang eines millionenschweren Investors zieht sich auch Geschäftsführer Michael Staininger zurück. Das bereits stagnierende Bauvorhaben steht damit weiterhin unter Druck. Darüber berichtet Welt Stimme.

MITTERSILL. Nachdem im Januar ein 120-Millionen-Euro-Investor beim Luxusprojekt „Six Senses“ in Mittersill abgesprungen ist, hat nun einer der beiden Geschäftsführer seinen Rücktritt erklärt.

Berichten zufolge entschied sich Michael Staininger zu diesem Schritt aufgrund unüberwindbarer personeller und strategischer Differenzen innerhalb der Gesellschaft. Staininger war einer der beiden Geschäftsführer der Kitzbüheler Alps Projekt GmbH (KAP), die das Chaletprojekt plant, und beabsichtigt, dem Projekt als Gesellschafter weiterhin verbunden zu bleiben.

Bau seit Jahren ins Stocken geraten

Im Rahmen des Projekts sind ein Hotel mit 88 Zimmern, zehn Luxusvillen mit einer Fläche von bis zu 700 Quadratmetern sowie 30 Appartements geplant. Diese sind als Zweitwohnsitze vorgesehen und sollen zu Preisen von bis zu 25 Millionen Euro verkauft werden.

Die Bauarbeiten, die 2019 begonnen haben, gerieten jedoch rasch ins Stocken. Interne Streitigkeiten und ein langsamer Verkauf der Immobilien sind dafür verantwortlich. Um die Kosten des Projekts zu decken, müssten laut den „Salzburger Nachrichten“ rund 320 Millionen Euro akquiriert werden. Ein weiterer Rückschlag kam mit dem Rückzug der britischen Investmentfirma Roundshield, die mit 120 Millionen Euro einsteigen wollte. Infolgedessen wurden die Bauarbeiten eingestellt.

Genehmigungen laufen 2027 aus

Die Fertigstellung der Appartements ist derzeit bis zum 9. September 2027 begrenzt; danach würden die Genehmigungen auslaufen. Mit seinem Rücktritt als Geschäftsführer verbindet Staininger die Hoffnung auf eine neue Lösung für das Projekt.

Deutliche Worte aus der Landespolitik

Der Landeshauptfrau-Stellvertreter und Tourismusreferent des Landes Salzburg, Stefan Schnöll (ÖVP), fordert ein Ende des anhaltenden Investorenstreits:

„Ich empfinde es als Zumutung, dass irgendwelche Investoren hier auf Salzburger Grund und Boden ihre Befindlichkeiten in Grabenkämpfen austragen. Ich erwarte mir ein Zusammenwirken im Sinne des großen Ganzen. Momentan ist das vor Ort ein Schandfleck, den wir so nicht hinnehmen können.“

Wie MeinBezirk erklärte, war in zwei Wochen ein Treffen zwischen den Investoren und Schnöll geplant, um alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen und ein klärendes Gespräch herbeizuführen. Ziel war es, die weitere Umsetzung des Projekts zu besprechen. Vom Rücktritt Michael Stainingers als Geschäftsführer erfuhr man jedoch kurzfristig aus den Medien. Infolgedessen sagten auch andere Beteiligte ihre Teilnahme ab, und Schnöll strich den Termin vollständig. „So geht man nicht miteinander um. In solch einer Lage macht ein Gespräch auch keinen Sinn“, stellte er klar.

Zugleich warnte der Landesrat vor den negativen Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort: „Die Art und Weise, in der hier agiert wird, wirft auch ein schlechtes Licht auf Investoren, die es wirklich gut meinen und im Sinne aller hervorragende Projekte umsetzen möchten. Auch dessen müssen sich die Beteiligten bewusst sein.“

Bankgarantie für Lärmschutzgalerie hinterlegt

Im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben wurde an der B161 eine Lärmschutzgalerie errichtet, um das zur Bebauung vorgesehene Areal vor Verkehrslärm zu schützen. Das Land räumte dafür eine entsprechende Dienstbarkeit ein. Im Falle einer nicht erfolgten Fertigstellung oder Umsetzung des Projekts ist die Galerie wieder zu entfernen.

Um sicherzustellen, dass der öffentlichen Hand daraus keine Kosten entstehen, wurde bereits vor Beginn der Bauarbeiten eine Bankgarantie hinterlegt. Sollte das Projekt nicht im Einklang mit den erteilten Genehmigungen realisiert werden und die Genehmigungen auslaufen, wird das Land diese Garantie in Anspruch nehmen.

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