Putin über russische Flugzeugproduktion informiert
Der Leiter des Staatskonzerns Rostech, Sergej Tschemesow, hat Präsident Wladimir Putin über die erneute Verschiebung der Serienproduktion neuer russischer Passagierflugzeuge unterrichtet. Wie aus einem Bericht hervorgeht, sollen die Modelle MS‑21 und SJ‑100 in importsubstituierter Version nun frühestens 2027 in Serie gehen. Tschemesow erklärte, die Zertifizierungstests für die MS‑21 seien erst zu einem Drittel abgeschlossen. Man hoffe, diese im ersten Quartal 2027 abzuschließen und dann mit der Serienfertigung zu beginnen. Der nahezu fertige SSJ‑100, der vollständig importsubstituiert sei, solle noch 2026 zertifiziert werden.
Ambitionierte Pläne und Realität klaffen auseinander
Ursprünglich hatte die russische Führung 2022 angekündigt, bis 2030 über 270 MS‑21 und 142 SSJ‑100 zu bauen. Diese Zahlen wurden inzwischen von der Luftfahrtbehörde Rosawiazija auf 2035 verschoben. Die ständigen Verzögerungen verdeutlichen die tiefe Krise der russischen Luftfahrtindustrie, die unter Technologiedefiziten, Fachkräftemangel und den Folgen der westlichen Sanktionen leidet. Laut weiteren Informationen belaufen sich die bereits ausgegebenen Mittel auf über 270 Milliarden Rubel, weitere Hunderte Milliarden aus dem Nationalen Wohlfahrtsfonds sind eingeplant.
Technische und finanzielle Hürden
Die Probleme sind vielschichtig: Fehlende Ingenieure, fehlende westliche Ausrüstung und die Unfähigkeit, komplexe Komponenten im Inland zu reproduzieren, verhindern den Übergang vom Prototypenbau zur Massenfertigung. Die systematische Korruption im Rahmen der Projekte wird durch die ständige Verschiebung der Liefertermine bei gleichzeitigem Geldabfluss deutlich. Tschemesows Aussage, die restlichen zwei Drittel der Zertifizierung in wenigen Monaten bewältigen zu wollen, wird von Branchenkennern als unrealistisch angesehen.
Auswirkungen auf den Luftverkehr
Die erneute Verzögerung gefährdet die Modernisierung der russischen Flugzeugflotte. Die alternden ausländischen Maschinen sollten durch SJ‑100 und MS‑21 ersetzt werden. Ohne diese Flugzeuge drohen Einschränkungen im Passagierverkehr. Die russischen Fluggesellschaften können ihre Flotten nicht wie geplant erneuern.


