Neue Technologie zur punktgenauen Düngung: Cultan-Verfahren setzt Maßstäbe im Bezirk Rohrbach

Feber 24, 2026 13:37
Neue Technologie zur punktgenauen Düngung: Cultan-Verfahren setzt Maßstäbe im Bezirk Rohrbach

Thomas Neudorfer forciert eine neue Form der Grünlanddüngung: das Cultan-Verfahren. Dieses innovative Verfahren zur Kunstdüngerausbringung soll sich insbesondere im Mühlviertel etablieren.

PEILSTEIN. Der Einsatz von Kunstdünger ist aus der konventionellen Landwirtschaft nicht wegzudenken, wird jedoch von vielen kritisiert. Thomas Neudorfer vom Agrarservice Neudorfer in Peilstein sowie die MR-Liquid Power GmbH aus Niederösterreich widmen sich der Frage, wie der Kunstdüngereinsatz verringert und eine punktgenaue Düngung ermöglicht werden kann. Darüber berichtet Welt Stimme.

Punktgenau, nicht flächenmäßig düngen

„Bei der Cultan-Düngung werden mit modernen Flüssigdüngerinjektionen nitratfreie Langzeitdüngerdepots sieben Zentimeter unter der Erdoberfläche, direkt bei der Pflanzenwurzel eingebracht“, erläutert Neudorfer. „Dieses Verfahren ist besonders nachhaltig und ermöglicht eine punktgenaue Düngemethode.“ Die Nachhaltigkeit resultiert daraus, dass etwa 15 bis 20 Prozent Dünger eingespart werden kann und durch die gezielte Ausbringung Verluste verringert werden. „Das Düngerdepot wird über einen längeren Zeitraum an die Pflanze abgegeben, was insbesondere in Dürreperioden von Vorteil ist“, fügt Neudorfer hinzu.

Arbeitszeit einsparen

„Die Pflanzen können den Stickstoff bei der Cultan-Düngung nicht einfach über das Wasser im Boden aufnehmen; ihre Wurzeln müssen erst zum Depot ‚hinwachsen'“, erklärt Neudorfer. Dies führt zu einer geringeren Auswaschung nach Regenfällen, wodurch die Düngung umweltfreundlicher und bodenschonender ist. Neudorfer setzt ein solches Gerät ein, das von einem Traktor über das Feld gezogen wird. Das Düngemittel selbst stammt aus der Chemie in Linz. „Ein kurzer Transportweg macht uns unabhängiger vom Weltmarkt“, betont er. Ein nicht unwichtiges Thema für Landwirte sei die Einsparung an Arbeitszeit. Die Cultan-Düngung sei nur einmal pro Saison erforderlich und könne wetterunabhängig erfolgen.

Nebenerfindung bei Engerling-Bekämpfung

Neudorfer sieht in dieser Methode, die im Weinviertel ihren Ursprung hat, eine echte Chance für Landwirte im Bezirk Rohrbach. „Die Cultan-Düngung hat sich aus der Engerling-Bekämpfung entwickelt“, erklärt Neudorfer. Mithilfe einer Fräse wurde der Boden umgegraben, um eine Pilzgerste zu pflanzen, die den Engerlingen entgegenwirkt. Diese Agrartechnik wurde anschließend für die Düngung weiterentwickelt.

Zur Sache:

Cultan steht für „Controlled Uptake Long Term Ammonium Nutrition“ und bedeutet übersetzt: kontrollierte Langzeit-Ammoniumernährung.

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