Neuer Fahrplan der ÖBB: Verbesserungen für den Bahnverkehr in der Steiermark ab Dezember 2025

Oktober 6, 2025 14:02
Neuer Fahrplan der ÖBB: Verbesserungen für den Bahnverkehr in der Steiermark ab Dezember 2025

Die Inbetriebnahme der Koralmbahn und die Einführung des neuen Interregionetzes bringen immense Verbesserungen für den Bahnverkehr in der Steiermark. Die Neuerungen und der Fahrplan für 2026 wurden am Montag von ÖBB-CEO Andreas Matthä gemeinsam mit Landeshauptmann Mario Kunasek und dem Nationalratsabgeordneten Wolfgang Moitzi am Grazer Hauptbahnhof präsentiert. Darüber berichtet Welt Stimme.

STEIERMARK/GRAZ. Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 beginnt ein neues Kapitel im Bahnverkehr für den Süden Österreichs und darüber hinaus: „Wir bieten nicht nur deutlich mehr Verbindungen, sondern auch beeindruckend kurze Fahrzeiten,“ erklärte ÖBB-CEO Andreas Matthä am Montag. Nach 40 Jahren Planung steht das „Jahrhundertprojekt“ nun kurz vor der Vollziehung: 130 Kilometer neue Bahnstrecke, das Koralmtunnel als Herzstück, sind fertiggestellt. Die neuen Züge wurden getestet, der Güterverkehr beginnt im November, während Abonnements für das neue Angebot ab sofort erhältlich sind.

„Unsere schnellsten Züge, die Railjet Xpress, verbinden Graz und Klagenfurt künftig in nur 41 Minuten. Damit wird die Bahn zur ersten Wahl für alle, die schnell, komfortabel und umweltfreundlich in den Süden reisen wollen.“
Andreas Matthä, ÖBB CEO

Klagenfurt, Wien und Italien rücken näher

Die Verkürzung der Fahrzeiten geht Hand in Hand mit einer Zunahme der täglich angebotenen Verbindungen: Von Wien nach Graz wird künftig 33 Mal im Halbstundentakt gefahren (zuvor 18 Mal) und die Verbindung von Graz nach Klagenfurt steigt auf 29 Mal pro Tag, im Vergleich zu nur acht Busfahrten bisher. Zudem erfährt die Tauernbahn ebenfalls einen Aufschwung durch die Eröffnung der Koralmbahn: Sieben Mal täglich können Fahrgäste von Graz über Klagenfurt nach Salzburg und weiter nach Deutschland reisen.

Fahrplanwechsel im Überblick

  • Schneller und öfter nach Klagenfurt und Wien: Durch den Koralmtunnel verkürzt sich die Reisezeit von Graz nach Klagenfurt auf nur 41 Minuten. Täglich fahren 34 Züge von Graz nach Wien.
  • Neue Verbindungen und Taktverdichtung: Die neuen Interregio-Linien schaffen bessere Reisemöglichkeiten aus dem Mürztal nach Wien oder Klagenfurt, im Zusammenspiel mit dem neuen Schnellbahnnetz ergibt sich ein Halbstundentakt im Aichfeld.
  • Ohne Umstieg von Norden in den Süden: Die neue S1 führt die bisherigen Linien S1, S5 und S9 zusammen, was teilweise umsteigfreie Verbindungen im Stundentakt auf der Nord-Süd-Achse durch Graz ermöglicht.
  • Halbstundentakt zwischen Frohnleiten und Leibnitz auch am Wochenende.
  • Öfter nach Slowenien: Der Interregio bietet künftig stündliche und häufig direkte Verbindungen von Graz nach Maribor von früh bis spätabends.

Zudem verspricht der neue ÖBB-Fahrplan schnellere Direktverbindungen nach Italien, einschließlich Udine, Triest und Venedig. Der inneralpine Bahnverkehr wird durch die Koralmbahn und das Interregio-Liniennetz ebenfalls erneuert: Ab 14. Dezember verkehren im Fernverkehr Interregio-Züge im Ein- bis Zweistundentakt zwischen Graz und Linz, Graz und Innsbruck, Graz und Maribor sowie Graz und Klagenfurt.

Weniger umsteigen im Nahverkehr

Die neue S1 (Mürzzuschlag – Bruck/Mur – Spielfeld) führt die bisherigen Linien S1, S5 und S9 zusammen, was durchgehende umsteigefreie Verbindungen vom Norden in den Süden ermöglicht, zwischen Leibnitz und Frohnleiten sogar halbstündlich und an den Wochenenden. In Kombination mit dem Interregio ergeben sich verdichtete Fahrpläne auf den Linien S1, S8 und R9. Zudem werden die Züge der Salzkammergutbahn bis nach Selzthal verlängert. „Ich bin zwar ein passionierter Autofahrer, aber mit dem neuen Angebot werde ich sicher das ein oder andere Mal mit dem Zug fahren,“ kündigte Landeshauptmann Mario Kunasek an.

„Die Koralmbahn ist ein infrastruktureller Booster für die heimische Wirtschaft und den Personenverkehr in der gesamten Steiermark.“
Landeshauptmann Mario Kunasek

Neue Züge mit Komfort und Barrierefreiheit

Mit dem neuen Fahrplan werden auch 27 neue Fahrzeuge auf der Südstrecke zum Einsatz kommen. Diese modernen, klimatisierten Interregio-Züge erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h, bieten 213 verstellbare „Komfortsitze“ mit mehr Beinfreiheit sowie eine 1. Klasse mit zwölf Sitzplätzen. Auch Plätze für Kinderwagen und Fahrräder, Steckdosen und WLAN sind verfügbar. Rollstuhlplätze, ein barrierefreies WC und barrierefreie Einstiege machen die Züge inklusiver. „Die alten Waggons, die lange auf der Südbahn unterwegs waren, sind somit Geschichte,“ betonte der obersteirische Nationalratsabgeordnete und Vorsitzende des Verkehrsausschusses Wolfgang Moitzi.

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