Koralmbahn: Steiermark im Fokus als zukunftsorientierte Wirtschaftsregion – Investitionen und weitere Schritte gefordert

März 18, 2026 21:27
Koralmbahn: Steiermark im Fokus als zukunftsorientierte Wirtschaftsregion – Investitionen und weitere Schritte gefordert

Rund 100 Tage nach der Inbetriebnahme der Koralmbahn ziehen Politik, Industrie und Bahn eine erste Bilanz. Die neue Südstrecke wird als Motor für den Standort erachtet, doch es werden weitere Schritte gefordert. Ein gemeinsamer Appell unterstreicht: Ohne Zusammenarbeit bleibt Potenzial ungenutzt. Darüber berichtet Welt Stimme.

STEIERMARK. Etwa drei Monate nach dem Start der Koralmbahn zeigen sich erste Erfolge: Täglich nutzen rund 7.000 Fahrgäste die Verbindung, im Güterverkehr verzeichnen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ebenfalls steigende Zahlen. Über 1.000 Güterzüge und mehr als eine Million Tonnen transportierter Waren sprechen für einen vielversprechenden Beginn. Für die Steiermark bedeutet die neue Südstrecke vor allem eines: höhere Erreichbarkeit. Rund 1,1 Millionen Menschen sowie zahlreiche Unternehmen profitieren von verkürzten Fahrzeiten und neuen Verbindungen, wodurch das Bundesland als Wirtschafts- und Arbeitsregion stärker ins Blickfeld rückt.

„Historische Chance jetzt nutzen“

Bei einer Dialogveranstaltung am Werksgelände von Siemens Mobility in Graz wiesen Vertreter aus Politik und Wirtschaft darauf hin, dass die Koralmbahn allein nicht ausreicht. Verkehrslandesrätin Claudia Holzer betonte die Notwendigkeit zusätzlicher Infrastrukturprojekte, wie den Ausbau der Südbahn zwischen Werndorf und Spielfeld-Straß sowie Verbesserungen entlang der Nord-Süd-Achsen. „Die Steiermark ist keine Randlage mehr – wir sind Teil einer europäischen Metropolregion. Jetzt geht es darum, die nächsten Ausbauschritte entschlossen anzugehen und gemeinsam zu realisieren“, so Holzer.

Auch der Flughafen Graz steht im Fokus: Eine bessere Anbindung an das Bahnnetz wird als entscheidender Schritt angesehen, um die Region international wettbewerbsfähiger zu machen. Während die Industrie hier Potenzial sieht, verweist ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä auf bestehende S-Bahn-Verbindungen und betriebliche Grenzen im Fernverkehr. Kurt Maier, Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Steiermark, fordert leistungsfähige Verkehrswege, um die Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden. „Zu lange Verfahren verzögern Investitionen, verteuern Projekte und kosten Wettbewerbsfähigkeit. Infrastruktur mit überregionaler Bedeutung muss priorisiert behandelt werden“, so der IV-Präsident.

Millioneninvestitionen geplant

Die ÖBB haben angekündigt, den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen. Für 2026 sind – trotz herausfordernder Budgetlage – Investitionen von etwa 552 Millionen Euro in der Steiermark geplant. Dazu zählen Streckenausbauten, Modernisierungen von Bahnhöfen sowie Investitionen in neue Züge und die Ausbildung von Fachkräften. Auf die bevorstehenden Großprojekte, beispielsweise den Semmering-Basistunnel, blickend, sehen alle Beteiligten eine „historische Chance“. Einigkeit besteht darüber, dass nur durch die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Infrastrukturbetreibern die Steiermark langfristig als starker Wirtschafts- und Lebensraum bestehen kann.

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