Neues Tool der TU Graz analysiert Infrastrukturen und deren Ressourcenpotenzial

September 17, 2026 14:33
Neues Tool der TU Graz analysiert Infrastrukturen und deren Ressourcenpotenzial

Neues Tool zur Analyse von Ressourcen in Gebäuden

GRAZ. Die TU Graz hat den „Urban Mining Screener“ entwickelt, ein neues Tool zur Analyse des Ressourcenbestands in Bestandsgebäuden. Das Tool unterstützt die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen, indem es den Verbrauch von Rohstoffen reduziert und Emissionen senkt.

Der Urban Mining Screener wird in Österreich eingesetzt und erfasst vorhandene Rohstoffe und Bauelemente wie Beton, Ziegel und Holz in bestehenden Bauwerken. Durch eine Kombination aus öffentlich zugänglichen Geodaten und spezifischen Gebäudearchetypen ermöglicht das Tool eine präzise Einschätzung der verbauten Materialien.

„Das Wissen um vorhandene Ressourcen, die in Gebäuden verbaut sind, ist sehr wertvoll. Mit der Information über zukünftig verfügbare Materialien in einer Region können etwa Rückbauunternehmen ihre Aufwände und die Logistik besser kalkulieren“, sagte Matthias Lang-Raudaschl, Projektleiter am Institut für Architekturtechnologie.

Das Tool nutzt einen Algorithmus zur Zuordnung von Gebäuden zu 154 Archetypen, die spezifische Kennwerte wie Baujahr und Material enthalten. Nutzer können durch die Eingabe einer Adresse unmittelbar Informationen über das verbaute Material erhalten. Erste Testversuche haben gezeigt, dass vor allem mineralische Baustoffe akkurat erfasst werden können.

Allerdings gibt es Einschränkungen: Materialien wie Kunststoffe und komplexe Metallkonstruktionen sind aufgrund der fehlenden Abbildung in den Archetypen noch nicht vollständig erfasst. Lang-Raudaschl ist jedoch optimistisch, dass die Genauigkeit des Tools auf Stadt- oder Regionsebene sogar höher sein wird. Diese Daten könnten innovative Ansätze in der Materialwirtschaft fördern.

Einordnung

Der Urban Mining Screener revolutioniert die Analyse von Gebäudebeständen, indem er präzise Daten über verfügbare Rohstoffe bereitstellt. Dies ist relevant, um die Effizienz im Baustoffmanagement zu erhöhen und die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Langfristig könnte dies zu einer nachhaltigeren Bauweise und einem bewussteren Umgang mit Ressourcen führen.

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