Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich lud rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verbänden zu ihrem Neujahrsempfang in Linz ein. Ziel war der Austausch mit Netzwerkpartnern und die Diskussion zentraler agrarpolitischer Themen. Darüber berichtet Welt Stimme.
OBERÖSTERREICH. Der Neujahrsempfang der Landwirtschaftskammer Oberösterreich (LK OÖ) fand gestern in Linz statt. Präsident Franz Waldenberger betonte die Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft für Oberösterreich:
„Die Land- und Forstwirtschaft steht derzeit unter massivem wirtschaftlichem und regulatorischem Druck. Gleichzeitig zeigen Marktentwicklungen, der hohe Ausbildungsstand unserer Bäuerinnen und Bauern sowie der besonders ausgeprägte Motivationsgrad junger bäuerlicher Unternehmerinnen und Unternehmer, dass dieser Sektor auch langfristig über große Zukunftschancen verfügt.“
Waldenberger kritisierte die stark gestiegenen Energie- und Betriebsmittelpreise sowie die zunehmende EU-Regulatorik. Höchste Umwelt-, Klima- und Tierwohlstandards seien für die bäuerlichen Familienbetriebe selbstverständlich. Diese Leistungen müssten jedoch auch wirtschaftlich machbar bleiben.
Bundesminister fordert Bürokratieabbau
Bundesminister Norbert Totschnig sprach über die Herausforderungen der EU-Agrarpolitik und das Mercosur-Abkommen. „Die versprochenen Schutzmaßnahmen und Kontrollen müssen strikt eingehalten und umgesetzt werden. Außerdem ist eine klare EU-Herkunftskennzeichnung notwendig, damit Konsumentinnen und Konsumenten unsere heimischen Lebensmittel von Importware unterscheiden können.“ Totschnig forderte ein eigenständiges Agrarbudget für Österreich und kritisierte die Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik. „Ein Budget-Minus akzeptieren wir nicht und ich kämpfe weiter für Planbarkeit und verlässliche Rahmenbedingungen für unsere bäuerlichen Familienbetriebe.“ Er betonte die Notwendigkeit eines Bürokratieabbaus und zeigte sich optimistisch: „Wenn wir hier Hürden abbauen, blicke ich zuversichtlich in die Zukunft.“
Landeshauptmann setzt auf regionale Stärken
Landeshauptmann Thomas Stelzer appellierte an die Gäste, die eigenen Stärken zu nutzen: „Wenn die Welt unruhiger wird, müssen wir uns auf das besinnen, was wir können: arbeiten, innovativ sein und Verantwortung übernehmen. Oberösterreich ist stark als Wirtschafts- und Agrarland und verfügt über große Kompetenzen in Forschung und Künstlicher Intelligenz.“ Stelzer hob die Bedeutung gezielter Investitionen und weniger Bürokratie hervor, um Arbeitsplätze und Wohlstand zu sichern.
„Die vergangenen Krisenjahre haben gezeigt, wie systemrelevant eine funktionierende Land- und Lebensmittelwirtschaft ist. Unsere Aufgabe ist es, die bäuerlichen Familienbetriebe mit Beratung, Bildung, Service und klarer Interessenvertretung bestmöglich zu unterstützen“, unterstrich Kammerdirektor Karl Dietachmair die Rolle der LK OÖ als zentrale Servicestelle.


