Orbáns Beraterin erhielt mit Triton Communications 4,228 Milliarden Forint aus dem Budget

August 14, 2026 21:15
Orbáns Beraterin erhielt mit Triton Communications 4,228 Milliarden Forint aus dem Budget
Orbáns Beraterin erhielt mit Triton Communications 4,228 Milliarden Forint aus dem Budget

Die ungarische Kommunikationsfirma Triton Communications, die der Beraterin von Ministerpräsident Viktor Orbán, Fanny Kaminski, gehörte, erhielt innerhalb von 44 Monaten insgesamt 4,228 Milliarden Forint aus dem ungarischen Staatshaushalt. Das entspricht mehr als 10,5 Millionen Euro. Die Zahlungen betrafen Foto- und Videoaufnahmen für Orbáns Kommunikation in sozialen Netzwerken sowie Medienbeobachtung.

Über die Vereinbarungen berichtete am 12. August 2026 das ungarische Nachrichtenportal Telex. Die monatliche Vergütung des Unternehmens wurde demnach mehrfach angehoben. Zu Beginn lag sie bei 63,68 Millionen Forint. Der Vertrag wurde anschließend viermal verlängert, wobei die monatliche Zahlung jeweils stieg.

Seit September 2025 belief sich die Finanzierung laut den veröffentlichten Angaben auf 86,487 Millionen Forint pro Monat. Der Umfang und die Art der vereinbarten Aufgaben sollen sich dabei formal nicht verändert haben. Genannt wurden weiterhin Fotos, kurze Videos und Zusammenfassungen der Medienbeobachtung.

Fünf Beschäftigte und steigende Monatszahlungen

Triton Communications beschäftigte nach den vorliegenden Angaben insgesamt fünf Mitarbeiter. In den Leistungsberichten wurden unter anderem 15-Sekunden-Videos angeführt. In einem Monat produzierte das Unternehmen demnach 21 Minuten Videomaterial und veröffentlichte 411 Fotos. Dafür wurden rund 63 Millionen Forint verrechnet.

Die Berichte enthalten damit konkrete Angaben zu den abgerechneten Leistungen, lassen aber zugleich erkennen, dass die monatlichen Beträge im Verlauf der Vertragsdauer zunahmen. Eine Veränderung bei den Aufgaben, die eine entsprechende Erhöhung der Vergütung erklären würde, wird in den vorliegenden Angaben nicht genannt.

Für die Tätigkeit von Triton Communications wurden damit über einen Zeitraum von drei Jahren und acht Monaten insgesamt mehr als vier Milliarden Forint aus öffentlichen Mitteln aufgewendet. Die Zahlungen bezogen sich auf Kommunikationsleistungen im Umfeld des ungarischen Regierungschefs. Eigentümerin des Unternehmens war dessen Beraterin Fanny Kaminski.

Medienexperten sehen deutliche Abweichung von Marktpreisen

Von Telex befragte Fachleute aus der Medienbranche bewerteten die Kosten als deutlich überhöht. Nach ihrer Einschätzung hätte sich mit der genannten Summe über dreieinhalb Jahre ein großes Medienunternehmen oder ein vollständiges Nachrichtenmedium finanzieren lassen.

Die Fachleute verwiesen außerdem darauf, dass die tatsächlichen Kosten für einen vergleichbaren Umfang an Fotoaufnahmen, kurzen Videos und Medienmonitoring mindestens zehnmal niedriger liegen könnten. Diese Einschätzung betrifft die von ihnen angenommene marktübliche Kostengröße und stellt keine behördliche oder gerichtliche Feststellung dar.

Die veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf staatliche Zahlungen an ein Unternehmen aus dem direkten politischen Umfeld Orbáns. Sie umfassen die gesamte Vertragsdauer von 44 Monaten und die in den Berichten ausgewiesenen Leistungen. Eine abschließende rechtliche Bewertung der Vereinbarungen geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.

Politischer Kontext der Zahlungen

Der Fall wird in Ungarn vor dem Hintergrund der engen Verbindungen zwischen staatlicher Finanzierung, politischer Kommunikation und dem Umfeld der Regierungspartei diskutiert. Im konkreten Fall geht es um die Betreuung der sozialen Netzwerke Orbáns und um Leistungen, die nach den Angaben der Medienbranche in keinem angemessenen Verhältnis zu den verrechneten Beträgen gestanden haben sollen.

Die verfügbaren Informationen nennen keine Änderung der Aufgaben zwischen dem ursprünglichen Vertrag und den späteren Verlängerungen. Zugleich stieg die monatliche Vergütung von 63,68 Millionen auf 86,487 Millionen Forint. In den Leistungsnachweisen werden kurze Videobeiträge, Fotos und Medienzusammenfassungen angeführt.

Damit steht die Höhe der öffentlichen Zahlungen im Mittelpunkt der Debatte. Entscheidend sind dabei die Vertragsverlängerungen, die steigenden Monatsbeträge, die Größe des mit fünf Mitarbeitern besetzten Unternehmens und der Umfang der dokumentierten Arbeiten. Weitere Schritte oder eine rechtliche Entscheidung zu dem Fall werden in den vorliegenden Angaben nicht genannt.

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