Gute Personalführung erlernbar
PINKAFELD. Johanna Kuntner-Reiter, Teil der Geschäftsführung der Spenglerei Reiter, sieht die Notwendigkeit einer besseren Personalführung im Handwerk. In ihrer Masterarbeit hat sie untersucht, wie Unternehmen dem Arbeitskräftemangel durch gezielte Betriebsführung begegnen können.
Kuntner-Reiter betont, dass „fachliche Exzellenz allein nicht ausreicht.“ Traditionelle Führungsmethoden müssten kritisch überdacht werden. Führungskräfte sollten aktiv als Vorbilder auftreten und sich kontinuierlich weiterentwickeln. Ihre Umfrage unter 58 Mitarbeitern aus zehn burgenländischen Bauspenglerbetrieben zeigt, dass gute Führung durch gezielte Maßnahmen und sichtbare Verhaltensweisen erzielt wird. Sie hat direkten Einfluss auf Produktivität, Qualität und Kundenzufriedenheit.
Individuelle Entwicklung von Lehrlingen
Kuntner-Reiter argumentiert, dass auch bei der Ausbildung von Lehrlingen diese Erkenntnisse angewandt werden sollten. Ausbildungsbetriebe sollten die individuellen Entwicklungsbedürfnisse der Lehrlinge berücksichtigen, indem sie ihnen passende Aufgaben zuweisen und entsprechende interne Weiterbildungsangebote schaffen. Lehrlinge erwarten heutzutage flexibles und partizipatives Arbeiten sowie eine angemessene Behandlung.
Die Spenglerei Reiter bildet seit 26 Jahren Lehrlinge aus. Aktuell ist ein Auszubildender im Betrieb, während zwei Gesellen, die zuvor eine Höhere Schule abgebrochen hatten, letztes Jahr ihre Lehre erfolgreich abschlossen. „Wir haben kürzlich zwei neue Bewerbungen erhalten“, berichtet Kuntner-Reiter. Ziel sei es, eine abwechslungsreiche Ausbildung an unterschiedlichen Baustellen anzubieten, die räumliches Vorstellungsvermögen, mathematische Kenntnisse und die Bereitschaft zum Arbeiten im Freien erfordere.
Einordnung
Die Ansätze von Kuntner-Reiter führen zu einer bewussteren Personalführung im Handwerk, die auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter eingeht. Dies könnte zur Verringerung des Fachkräftemangels und somit zur Stabilisierung der Branche beitragen.


