Pongauer KI-Veranstaltungsreihe in Bischofshofen: Experten zeigen Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz

März 6, 2026 20:57
Pongauer KI-Veranstaltungsreihe in Bischofshofen: Experten zeigen Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz

Der KI-Experte David Röthler demonstrierte in Bischofshofen, wie künstliche Intelligenz den Alltag verändert – zwischen Faszination, Praxis und berechtigter Sorge.


BISCHOFSHOFEN, SALZBURG. Mit großem Publikumsinteresse startete am Mittwochabend die neue Veranstaltungsreihe des Regionalverbands Pongau zu künstlicher Intelligenz, Digitalisierung und Internetsicherheit. Rund 150 Bürgerinnen und Bürger kamen nach Bischofshofen, um sich aus erster Hand über die Chancen und Risiken von KI im Alltag zu informieren. Der Salzburger KI-Experte und Erwachsenenbildner David Röthler (Milenu GmbH) führte das Publikum in einem interaktiven Vortrag durch die Welt der künstlichen Intelligenz – mit eindrucksvollen Live-Demonstrationen. Darüber berichtet Welt Stimme.

Von der Theorie zur Praxis

Röthler demonstrierte live vor dem Publikum, was künstliche Intelligenz heute bereits kann. Er führte einen natürlichen Sprachdialog mit ChatGPT, ließ die KI das Publikum in Bischofshofen begrüßen und zeigte, wie aus einem Foto innerhalb von Sekunden täuschend echte Bildmanipulationen entstehen. Besonders eindrucksvoll war die Demonstration von Google NotebookLM: das während des Vortrags mitlaufende Transkript wurde in Echtzeit in einen Medienbericht, eine Infografik, eine Mindmap und sogar einen Podcast verwandelt.

Zwischen Faszination und Sorge

Röthler machte deutlich, dass die rasante Entwicklung auch besorgniserregende Aspekte aufzeigt. Er demonstrierte, wie einfach Desinformation hergestellt werden kann, und führte das Gesichtserkennungstool PimEyes vor, das es ermöglicht, Personen anhand eines einzigen Fotos im Internet zu identifizieren. Darüber hinaus stellte er Zukunftstechnologien wie KI-Avatare, Gehirn-Computer-Schnittstellen (Neuralink) und smarte Brillen mit KI-Unterstützung vor. Gleichzeitig motivierte er die Anwesenden, sich aktiv mit den neuen Möglichkeiten auseinanderzusetzen.

„Ich schreibe seit drei Jahren keinen Projektantrag und kein Protokoll mehr von Hand. Die KI übernimmt das. Das ist eine enorme Arbeitserleichterung – aber es verändert auch grundlegend, was mein Beruf eigentlich ist. Und genau das wird vielen Menschen in den nächsten Jahren passieren. Deshalb ist es so wichtig, sich jetzt damit auseinanderzusetzen – nicht morgen, sondern heute.“

sagt David Röthler, KI-Experte und Erwachsenenbildner von der Milenu GmbH.

Praktische Tipps für den Einstieg

Ein zentrales Anliegen des Abends war es, auch jenen den Zugang zu ermöglichen, die bisher noch keine Erfahrung mit KI gemacht haben. Röthler empfahl duck.ai als niederschwelligen Einstieg (ohne Anmeldung nutzbar), ChatGPT (chat.com) als etablierten Standard sowie Google Gemini und Google NotebookLM als leistungsfähige kostenlose Alternativen. Er ermutigte das Publikum ausdrücklich, selbst zu experimentieren:

„Nur wer ausprobiert, kann verstehen, was möglich ist.“

Lebhafte Diskussion

In der anschließenden Diskussion griffen die Teilnehmenden zentrale Zukunftsfragen auf: Wie verändert KI das gesellschaftliche Vertrauen? Wie gehen wir mit der wachsenden digitalen Kluft um? Ein Teilnehmer berichtete von seinen Erfahrungen am Mobilitätsschalter am Bahnhof, wo viele Menschen bereits an Ticketautomaten scheitern. Röthler bestätigte:

„Die Gruppe der Menschen, die KI bereits gezielt und effektiv einsetzen und damit einen Vorsprung gewinnen, ist noch relativ klein. Gerade deshalb sind Initiativen wie diese Veranstaltungsreihe so wichtig, um mehr Menschen den Zugang zu ermöglichen.“

Auch die europäische Regulierung (EU AI Act) wurde diskutiert. Röthler ordnete ein: „Regulierung schützt die Menschen, bremst aber zugleich den Fortschritt. Und er erinnerte an Stephen Hawkings berühmtes Diktum, KI sei möglicherweise „das Beste oder das Schrecklichste, was der Menschheit passieren kann“.

Veranstaltungsreihe bis Herbst 2027

Die Auftaktveranstaltung bildet den Start einer auf zwei Jahre angelegten Veranstaltungsreihe des Regionalverbands Pongau. Bis Herbst 2027 sind zahlreiche weitere Veranstaltungen zu unterschiedlichen Aspekten von KI, Digitalisierung und Internetsicherheit geplant – darunter auch eine Filmvorführung von „1984“ im Dieselkino mit anschließender Diskussion. Die Reihe wird durch eine LEADER-Förderung ermöglicht und ist für die Bevölkerung kostenlos zugänglich. Stephan Maurer vom Regionalverband Pongau zog ein positives Fazit:

„Der heutige Abend hat gezeigt, wie groß das Interesse in der Region ist. Wir wollen die Menschen begleiten – keine Angst machen, sondern aufklären und zum Ausprobieren ermutigen.“

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Köstlichkeiten aus Amstetten begeistern Fachwelt auf „Taste & Talk“ in München
Vorheriger artikel

Köstlichkeiten aus Amstetten begeistern Fachwelt auf „Taste & Talk“ in München

Cristiano Ronaldo lässt sich nach Muskelverletzung in Spanien behandeln
Nächster artikel

Cristiano Ronaldo lässt sich nach Muskelverletzung in Spanien behandeln

Nicht verpassen