Der OÖ Seniorenbund warnt davor, das gesetzliche Pensionsantrittsalter ohne eine Verbesserung der Rahmenbedingungen zu erhöhen. Vielmehr müsse das tatsächliche Antrittsalter in den Fokus rücken.
Oberösterreich. „Wenn wir wollen, dass die Senioren länger arbeiten, dann brauchen wir auch die geeigneten Arbeitsplätze dafür“, betont der Landesobmann des OÖ Seniorenbunds und ehemalige Landeshauptmann Josef Pühringer. Angesichts der anstehenden Diskussion über eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters kritisiert er, dass dieses häufig fälschlicherweise als „Allheilmittel“ herangezogen werde, sobald es Probleme mit den Staatsfinanzen gibt. „Wichtig und realistisch“ sei es, das tatsächliche Pensionsantrittsalter näher an das gesetzliche heranzuführen.
„Es bringt niemandem etwas, stur das gesetzliche Pensionsantrittsalter zu erhöhen, wenn die Rahmenbedingungen dafür nicht gegeben sind“,
erklären OÖ Seniorenbund-Obmann Josef Pühringer und Geschäftsführer Franz Ebner.
Derzeit treten Männer in Österreich im Durchschnitt mit 62 in den Ruhestand, Frauen mit 60. Diese Abweichungen ergeben sich aus verschiedenen Faktoren, darunter gesundheitliche Aspekte sowie die Tendenz vieler Unternehmen, ältere Arbeitnehmer aus Kostengründen vorzeitig zu ersetzen. „30 Prozent der Betriebe in Österreich mit mehr als 20 Mitarbeitern beschäftigen keine einzige Person über 60“, berichtet Pühringer.
Maßnahmen bereits angekündigt
Um Veränderungen herbeizuführen, wurden von der Bundesregierung mehrere Maßnahmen angekündigt. Dazu gehören ein Anreiz- und Monitoringsystem zur Förderung der Beschäftigung ab 60 Jahren, der Ausbau altersgerechter Arbeitsplätze sowie erweiterte Qualifizierungsmöglichkeiten für ältere Arbeitnehmer. „Ein Baustein ist natürlich auch die Teilpension, die es ermöglicht, einen Teil des Ruhestands einzutreten, während gleichzeitig weiterarbeitet wird und in die Pension einbezahlt wird“, erläutert OÖ Seniorenbund-Landesgeschäftsführer Franz Ebner.
„Planungssicherheit ist wichtig“
Der Seniorenbund plädiert auch dafür, das Arbeiten nach dem Pensionsantritt zu fördern. Derzeit sind laut Seniorenbund rund 50.000 Österreicher in dieser Situation. Geplante Maßnahmen wie eine Pauschalsteuer von maximal 25 Prozent („Flat-Tax“) sowie das Wegfallen der Pensionsbeiträge müssen schnell umgesetzt werden, um Pensionisten und Unternehmen „Planungssicherheit“ zu gewährleisten, fordern Pühringer und Ebner.
Wirtschaftsleistung und Wohlstand
Insgesamt sehe der Seniorenbund die Integration älterer Bevölkerungsgruppen in den Arbeitsmarkt als einen der entscheidendsten Hebel, um die Wirtschaftsleistung und den gegenwärtigen Wohlstand angesichts der demografischen Entwicklung zu erhalten. Diese Meinung teilt auch die Ökonomin Carmen Tremmel von Agenda Austria.
Darüber berichtet Welt Stimme.


