Erste Agri-Photovoltaik-Anlage über Weinreben in Österreich in Betrieb
Die RWA Raiffeisen Ware Austria hat gemeinsam mit regionalen Winzerbetrieben und Partnern aus Wissenschaft und Energiewirtschaft in Gaiselberg (Bezirk Gänserndorf) eine innovative Agri-Photovoltaik-Anlage installiert. Diese wurde als erste netzgekoppelte Anlage über Weinreben in Österreich in Betrieb genommen.
Die neue Anlage besteht aus 2.560 Solarmodulen mit einer Gesamtleistung von 921,6 kWp und erzeugt jährlich etwa 965.600 Kilowattstunden erneuerbaren Strom, was dem Energiebedarf von rund 350 Haushalten entspricht. Zudem wird eine Einsparung von etwa 342 Tonnen CO₂ pro Jahr erwartet. Ein integrierter Batteriespeicher ermöglicht die Verschiebung von 150.000 Kilowattstunden Energie jährlich und trägt zur Stabilisierung des Stromnetzes bei.
Christoph Metzker, Vorstandsdirektor der RWA, betont die Verbindung von moderner Energiegewinnung mit hochwertigem Weinbau. Oliver Eisenhöld, Geschäftsfeldleiter Energie der RWA, hebt hervor, dass das Projekt Erkenntnisse für einen klimafitten und zukunftsorientierten Weinbau liefert.
Unter den Solarmodulen wachsen 4.500 Rebstöcke der Sorten Weißburgunder, Grüner Veltliner und Souvignier Gris. Ziel ist es, die Auswirkungen der teilweisen Beschattung auf Wachstum, Ertrag und Qualität zu untersuchen. Erste Beobachtungen zeigen bereits kräftigere Triebe und eine verlängerte Grünphase. Winzer Herbert Schödl und Hannes Schweighofer beziehen sich auf mögliche Vorteile bei Trockenstress und Krankheitsdruck.
Das Projekt wird wissenschaftlich von der Höheren Bundeslehranstalt und dem Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg begleitet. Diese Institution analysiert Wachstums- und Entwicklungsstadien, führt Mikrovinifikationen durch und bewertet die sensorischen Eigenschaften der Versuchsweine. Die mehrjährige Untersuchung zielt darauf ab, fundierte Erkenntnisse für einen zukunftsorientierten Weinbau zu liefern.
Einordnung
Die Inbetriebnahme der Agri-Photovoltaik-Anlage stellt einen Fortschritt in der Verbindung von erneuerbarer Energieproduktion und nachhaltiger Landwirtschaft dar. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten die zukünftige Praxis im Weinbau prägen und zur Senkung des CO₂-Ausstoßes beitragen. Damit wird ein wichtiger Schritt in Richtung einer klimaresilienten Landwirtschaft geleistet.


