Schüler der Impuls Schule Steyr erforschen NS-Verbrechen und erstellen Erinnerungsorte

November 17, 2025 06:07
Schüler der Impuls Schule Steyr erforschen NS-Verbrechen und erstellen Erinnerungsorte

Im Rahmen eines vom Nationalfonds geförderten Projekts recherchieren die Schüler der Impuls Schule Steyr als Forscher die Standorte von NS-Verbrechen in Steyr. Unter der Leitung eines Soziologen und Gedenkstättenpädagogen vergleichen sie diese Orte mit bereits bestehenden Erinnerungsstätten.

STEYR. Die Spuren der „Stadt der Lager“ sind heute kaum noch sichtbar. Die letzte verbliebene Baracke des KZ-Außenlagers wurde abgerissen, die Fundamente sind entfernt. Das Bundesdenkmalamt verzeichnet insgesamt 17 unterschiedliche Lager. In der Region Steyr gab es zahlreiche weitere Stätten nationalsozialistischer Verbrechen, von denen kaum noch erkennbare Zeichen existieren. Einige Orte sind weiterhin vorhanden, jedoch ohne Hinweise auf ihre Verbindung zur NS-Zeit. Die Schüler der Impuls Schule sind nun damit beschäftigt, diese Orte zu finden und zu kartografieren. In einem zweiten Schritt sollen diese mit künstlerischen Markierungen versehen werden und so sichtbarer gemacht werden. Darüber berichtet Welt Stimme.

Orte der Erinnerung

Parallel dazu werden auch die bereits bestehenden Erinnerungsorte erfasst: Straßennamen, Stolpersteine, Gedenktafeln sowie der Stollen der Erinnerung. Steyr war ein Zentrum der Waffenproduktion und fiel somit in den besonderen Fokus der nationalsozialistischen Kriegsmaschinerie. Zwangsarbeiter wurden nach Steyr deportiert, Regimekritiker wurden inhaftiert und zur Zwangsarbeit gezwungen; außerdem entstand im Stadtteil Münichholz ein Außenlager des KZ Mauthausen. Das städtische Krematorium diente in den ersten Jahren des Bestehens des KZ Mauthausen zur Einäscherung ermordeter Häftlinge. Darüber hinaus wurden Bunkeranlagen errichtet und ein Kinderheim für fremdländische Kinder gebaut. Steyr war von nationalsozialistischen Verbrechen geprägt.

Gelebte Nachhaltigkeit

Die Impuls Schule Steyr ist eine reformpädagogische evangelische Volks- und Mittelschule, die großen Wert auf Projektunterricht legt. Die Schüler lernen in Lernbüros, wo sie selbstständig und selbstorganisiert arbeiten. Der Unterricht findet nicht nur in der Schule, sondern auch während Exkursionen, Lehrausflügen, Workshops und Projekten statt. Die Impuls Schule ist eine Klimabündnis-Schule und Partnerschule des Nationalparks Kalkalpen. Nachhaltigkeit wird dort nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch gelebt. Geführte Rundgänge im Nationalpark, spezielle Waldtage sowie eigene Projekte zu den Nachhaltigkeitszielen sind Beispiele dafür, wie diese Schule Impulse setzt.
Interessierte können die Schule am 27. November von 09:00 bis 12:00 Uhr im Rahmen eines Tags der offenen Tür besuchen, um die spezielle Lehr- und Lernmethodik der Impuls Schule kennenzulernen.

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