Spezialtransformator erfolgreich im Umspannwerk Ernsthofen installiert – wichtige Investition für die Stromversorgung in Österreich

Oktober 30, 2025 20:03
Spezialtransformator erfolgreich im Umspannwerk Ernsthofen installiert - wichtige Investition für die Stromversorgung in Österreich

Austrian Power Grid (APG) hat im Oktober mit der erfolgreichen Anlieferung eines Phasenschiebertransformators im Rahmen der Generalerneuerung des APG-Umspannwerks Ernsthofen einen Meilenstein erreicht.
Darüber berichtet Welt Stimme.

APG investiert 150 Millionen in UW Ernsthofen

Das Umspannwerk (UW) Ernsthofen ist einer der größten und für die österreichische Stromversorgung wichtigsten Netzknoten im APG-Netz, in dem wichtige überregionale und regionale Versorgungsleitungen aufeinandertreffen. Dieses Umspannwerk ist somit zentral für die Versorgungssicherheit Österreichs. Das seit 2017 laufende Projekt umfasst unter anderem die Modernisierung der 110-kV-Anlage – diese wurde Ende 2022 bereits erfolgreich abgeschlossen – sowie eine Generalerneuerung der 220-kV-Schaltanlage unter Aufrechterhaltung des Anlagenbetriebs mit umfangreichen 220-kV-Provisorien. Das Projekt ist mit einem Investitionsvolumen von rund 150 Millionen Euro Teil der Gesamtinvestitionen von Austrian Power Grid in Höhe von etwa 9 Milliarden Euro in die heimische Strominfrastruktur bis 2034.

Projektabschluss für 2029 geplant

Neben dem im Oktober 2025 aus Tauern angelieferten Phasenschiebertransformator wurden bereits in den Jahren 2022 und 2023 zwei neue 220-/110-kV-Großtransformatoren in Betrieb genommen. In Summe sorgen mit den sieben Bestandstransformatoren nach Projektende zehn dieser leistungsstarken Transformatoren für eine sichere Stromversorgung in der Region und ganz Österreich. Der Projektabschluss ist für 2029 geplant.

Trafotransport als logistischer Meisterakt

Überstellt wurden zwei Transformatoren aus Tauern (Salzburg), nämlich ein 242 Tonnen schwerer „Trafo“ – wie Transformatoren genannt werden – am 19. Oktober und ein 253 Tonnen schwerer Trafo am 26. Oktober. Die beiden Trafos haben jeweils eine Leistung von 600 Megavoltampere (MVA). Der Schwertransport und die Fundamentstellung der beiden Phasenschiebertrafo-Teile waren eine logistische Meisterleistung. Per Bahn wurden die beiden Transformatoren auf einem sogenannten Durchladeträger von Tauern aus direkt in das Umspannwerk Ernsthofen, das direkt an das Schienennetz der ÖBB angebunden ist, überführt; anschließend wurden sie auf Querschienen gestellt und am darauffolgenden Tag mittels Querverzug in Millimeterarbeit auf das Fundament gezogen. Insgesamt dauerte die Anreise je Stromriese vom Beladen auf den Durchladeträger bis hin zur endgültigen Fundamentstellung sechs Tage.

Neue Trafos vermeiden Engpässe

„Phasenschiebertransformatoren unterscheiden sich von ‚herkömmlichen‘ Trafos durch eine Besonderheit: Ihre Aufgabe liegt nicht darin, Strom zwischen verschiedenen Spannungsebenen umzuwandeln. Vielmehr sind diese Spezial-Trafos in der Lage, Stromflüsse von einer Leitung auf die andere umzulenken, um diese zu entlasten und drohende Netzengpässe zu vermeiden. Auf diese Weise kann erneuerbare Energie deutlich besser eingebunden werden. Wir verstärken somit die Einspeiseleistung für Strom aus Erneuerbaren“, erläutert Jürgen Pilgerstorfer, der das Projekt für Austrian Power Grid (APG) leitet.

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