Steirische Universitäten warnen vor Budgetkürzungen
Die steirischen Universitäten haben am Montag in Graz vor den Folgen der geplanten Kürzungen im Uni-Budget gewarnt. Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulen, der Politik und der Sozialpartner sprachen sich während eines Runden Tischs für eine stärkere finanzielle Unterstützung aus.
Bereits im Mai hatten die Universitäten Alarm geschlagen, nachdem sie eine massive Finanzierungslücke für die Leistungsperiode 2028 bis 2030 prognostizierten. Der Finanzbedarf beläuft sich auf etwa 18 Milliarden Euro, während der Bund derzeit mit 16,5 Milliarden Euro plant. Dies würde den steirischen Universitäten in Graz und Leoben etwa 500 Millionen Euro an Fördermitteln entziehen.
Monika Köppl-Turyna von Eco Austria betonte während der Diskussion die wirtschaftliche Relevanz der Universitäten, die rund 1,25 Milliarden Euro zur regionalen Wertschöpfung beitragen und etwa 20.000 Arbeitsplätze sichern. Inkludiert man Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen, steigt der Betrag auf 1,67 Milliarden Euro. Die Hochschulen ziehen zudem zahlreiche Studierende aus anderen Bundesländern an und fördern jährlich rund 326.000 Kongressnächtigungen, 40 Prozent davon im wissenschaftlichen Bereich.
Die Verbindung zwischen Universitäten und Industrie ist besonders stark. Zwölf der 24 österreichischen „Comet“-Zentren sind in der Steiermark aktiv. Rund zehn Prozent des Wirtschaftswachstums in Österreich wird auf die Hochschulen zurückgeführt. Laut TU-Graz-Rektor Horst Bischof und Helmut Antrekowitsch, Vizerektor für Forschung an der Montanuniversität Leoben, sind die technischen Universitäten entscheidende Innovationsmotoren.
Die Diskussionsteilnehmer bestätigten den Wert der Universitäten, auch in den Bereichen Medizin, Kunst und Kultur. Med-Uni-Graz-Rektorin Andrea Kurz warnte, dass Kürzungen im Budget negative Auswirkungen auf das Gesundheitssystem haben könnten. Georg Schulz, Rektor der Kunstuniversität Graz, wies auf die Notwendigkeit einer lebendigen Kunst- und Kulturszene als Teil eines attraktiven Standorts hin.
Einordnung
Die geplanten Budgetkürzungen könnten schwerwiegende Folgen für die finanziellen Mittel der Hochschulen in der Steiermark haben. Dies wäre nicht nur relevant für die Ausbildung und Forschung, sondern auch für die wirtschaftliche Situation der Region und die Qualität des Gesundheits- und Kulturangebots.


