Swisspearl hat seit der Umbenennung von Eternit vor drei Jahren insgesamt 9,5 Millionen Euro in den Standort Vöcklabruck investiert und plant nun, die Produktion CO₂-neutral zu gestalten. Geschäftsführer Hans-Jörg Kasper fordert zudem ein Umdenken in der Politik.
VÖCKLABRUCK. Mit der Umfirmierung zu Swisspearl im Jahr 2023 endete eine Ära für das Eternit-Werk. „1894 hat Ludwig Hatschek den Werkstoff erfunden, der von hier aus um die Welt ging“, erläuterte der langjährige Geschäftsführer Hans-Jörg Kasper bei einer Bilanz über die letzten drei Jahre. Darüber berichtet Welt Stimme.
„Wir haben unsere Wettbewerbsfähigkeit gestärkt, 30 Prozent Marktanteil erreicht und 9,5 Millionen Euro investiert. Jetzt brauchen wir Planungssicherheit.“ – Hans-Jörg Kasper
Kasper fordert daher mehr Unterstützung für Dach- und Fassadensanierungen: „Es gibt viele Förderungen für Heizsysteme. Dabei wäre es sinnvoller, zuerst den Energiebedarf zu reduzieren.“ Dies könnte dazu beitragen, die derzeit extrem niedrige Sanierungsquote von 0,6 Prozent zu erhöhen.
Trend zum Steildach
Der Vertriebsleiter Michael Foisel freut sich über ein Umdenken bei Neubauten: „Der Trend zum Steildach ist spürbar.“ Trotz eines Marktrückgangs bei Neubauten in Österreich um sechs Prozent im Jahr 2024, erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 71,6 Millionen Euro und beschäftigt nahezu 300 meist langjährige Mitarbeiter.
Abfall und Gasverbrauch reduziert
Bis 2040 plant Swisspearl zudem, CO₂-neutral zu produzieren. In den vergangenen drei Jahren wurde die Beschichtungsanlage für Dachplatten erneuert und Produktionsabfälle wurden signifikant reduziert. Mit einer neuen Anlage gelingt es, 2.000 Tonnen Faserzement wiederverwerten und die Recyclingquote auf 93 Prozent zu heben, wie Werksleiter Markus Plakolm berichtet. Zusätzlich wurde der Gasbedarf bereits von 36 auf 26 Gigawattstunden gesenkt, und es ist angestrebt, diesen auf sechs Gigawattstunden zu reduzieren.


