Die aktuellen Maßnahmen zur Sicherung der Zukunft des Linz Airport stehen im Fokus intensiver Diskussionen. Die neue Unternehmer-Initiative unter der Leitung von Manfred Zorn, die sich für den Erhalt des Flughafens einsetzt, hat ihre Vorschläge für ein neues Zukunftsmodell präsentiert. Darüber berichtet Welt Stimme.
In Linz/Hörsching schlagen Vertreter der oberösterreichischen Wirtschaft eine Teilprivatisierung des Flughafens vor. Private Unternehmer sollen über Kapitalerhöhungen in das Projekt einsteigen, während gleichzeitig auch das Land Oberösterreich eine finanzielle Beteiligung übernehmen soll. Zorn betrachtet dies als eine bedeutende Chance, um den Flughafen finanziell zu stärken, modern zuzuschneiden und langfristig ein erfolgreiches Public-Private-Partnership zu etablieren.
Unabhängiges Gutachten
und Bereinigung alter Verluste
Um den Umstrukturierungsprozess rechtlich einwandfrei durchzuführen, fordert die Unternehmer-Initiative zunächst ein unabhängiges externes Gutachten, das den fairen Marktwert des Flughafens ermittelt. Auf dieser Grundlage sollen sowohl die öffentliche Hand als auch private Investoren zu marktüblichen Konditionen einsteigen können. Zusätzlich ist vorgesehen, alte Verluste durch eine Kapitalherabsetzung aus der Bilanz zu entfernen, um Spielraum für neue Investitionen zu schaffen.
Transparente Investorensuche
und neue Entscheidungsstrukturen
In einem nächsten Schritt sollen private Kapitalgeber in einem transparenten und offenen Auswahlverfahren ermittelt werden. „Neben dem gebotenen Preis wird insbesondere die wirtschaftliche Stabilität der Interessenten von Bedeutung sein, ebenso wie ihre regionale Verankerung und ihre Konzepte zur Weiterentwicklung des Flughafens“, erläutert Zorn. Nachfolgend sollen Kapitalerhöhungen und ein überarbeiteter Gesellschaftsvertrag festlegen, wie Verantwortung, Kontrolle und Stimmrechte in Zukunft verteilt werden. Zorn hebt hervor, dass es entscheidend sei, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Der Bericht des Landesrechnungshofes vom 18. November 2025 hat zahlreiche Missstände aufgezeigt. Die Einbindung privater Investoren könne die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen deutlich beschleunigen.
Suche nach neuer Geschäftsführung
Ein zentraler Bestandteil des Zukunftsplans ist die Neuaufstellung der Geschäftsführung. „Es wird eine tourismuserfahrene und regional vernetzte Führungspersönlichkeit gesucht, die Oberösterreich gut kennt und internationale Kontakte mitbringt“, betont der Sprecher der Unternehmer-Initiative.
Mit einer solchen Führungskraft sollen der Linien- und Charterverkehr ausgeweitet, neue Reiseangebote entwickelt und die Kooperation mit Tourismusverbänden, Hotels, der Industrie und exportorientierten Unternehmen intensiviert werden. Gleichzeitig soll sowohl im Passagier- als auch im Frachtgeschäft neuer Schwung entstehen.
„Der Flughafen ist systemrelevant“
Manfred Zorn ist überzeugt, dass der Flughafen Linz für Oberösterreich von zentraler Bedeutung ist. Er betont, dass der Flughafen eine wesentliche Rolle für Industrie, Export, Tourismus und die Bevölkerung spielt. „Mit der richtigen Struktur und Führung kann er wieder zu einem Erfolgsprojekt werden“, sagt er. Die Kombination aus privatem Kapital, der Beteiligung des Landes Oberösterreich, klaren und transparenten Entscheidungsstrukturen sowie einer tourismusorientierten Geschäftsführung soll den Flughafen langfristig stärken und zukunftsfit machen.

