Sommergespräch des Tiroler Bauernbundes
Am 24. August lud der Tiroler Bauernbund rund 280 Interessierte zu einem Sommergespräch auf den Hacklhof der Familie Barbara und Ludwig Reitstätter in Kössen ein. Die Teilnehmer hatten die Gelegenheit, den Betrieb zu besichtigen und sich mit Landeshauptmann Anton Mattle, Bauernbund-Obmann LH-Stv. Josef Geisler, Bauernbunddirektorin Corinna Weisl sowie LK-Präsident NR Josef Hechenberger auszutauschen.
Dürrehilfepaket vorgestellt
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das kürzlich ausgehandelte Dürrehilfepaket in Höhe von 240 Millionen Euro. Dieses Paket umfasst vier wesentliche Maßnahmen: Erstattung von zwei Monatsbeiträgen zur Sozialversicherung, Zinszuschüsse für Betriebsmittelkredite, erweiterte Stundungsmöglichkeiten bei Agrarinvestitions- und Konsolidierungskrediten sowie eine Erhöhung des öffentlichen Zuschusses zur Dürreversicherung im Jahr 2027 von 55 auf 65 Prozent.
Finanzielle Unterstützung für die Berglandwirtschaft gefordert
LK-Präsident Josef Hechenberger skizzierte die aktuellen Entwicklungen auf den Agrarmärkten und forderte mehr finanzielle Unterstützung für die Landwirtschaft im Berggebiet, um deren Überlebensfähigkeit zu sichern. Die Mittel der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) seien für die kleinstrukturierte Tiroler Landwirtschaft von zentraler Bedeutung. Landeshauptmann Mattle betonte, dass die Finanzmittel, die Tirol zustehen, auch tatsächlich nach Tirol fließen müssen und er sich gegen neue Schulden ausspreche, die die Bauern belasten könnten.
Tiroler Weg beim Wolf
Mattle und Geisler hoben den Tiroler Weg beim Wolf hervor, der mit dem neuen Jagdrecht umgesetzt wurde. Dieses soll als eine der praktikabelsten Regelungen in Europa gelten.
Aufrufe aus den Bezirken
Bezirksbauernobmann Georg Wurzenrainer rief angesichts der Dürre und der Ernteausfälle dazu auf, dringend benötigte Futtermittel nicht für Biogasanlagen zu verwenden. Er forderte zudem praktikable Rahmenbedingungen für zusätzliche Einkommensquellen für Landwirte, wie beispielsweise die Vermietung von Räumlichkeiten am Hof. Michael Jäger, Bezirksbauernobmann aus Kufstein, appellierte an die Verbraucher, verstärkt heimisches Rindfleisch zu kaufen, und forderte die Ortsgruppen dazu auf, die bevorstehenden Bauernbund-Urwahlen gewissenhaft durchzuführen.
Betriebsprofil Hacklhof
Der Hacklhof in Kössen bewirtschaftet 65 Milchkühe sowie 65 Nachzucht der Rassen Pinzgauer und Holstein Friesian. 38 Kühe sowie Jungvieh verbringen die Sommermonate auf der Hackl-Stubenalm in Schwendt. Der Betrieb umfasst außerdem 70 Walliser Schwarznasenschafe, 40 Hühner, 42 Hektar Grünland sowie 27 Hektar Wald. Zudem bietet die Familie Reitstätter drei Ferienwohnungen und ein Doppelzimmer für Urlaub am Bauernhof an.
Einordnung
Das Dürrehilfepaket stellt eine wichtige finanzielle Entlastung für die Tiroler Landwirtschaft dar und fördert deren Wettbewerbsfähigkeit in einer herausfordernden Marktsituation. Die Forderung nach mehr Mitteln aus der GAP und die praktischen Ansätze zur Regulierung des Wolfes sind entscheidend für die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums in Tirol.


