Ungarn plant Anhebung des Donau-Wasserstands wegen AKW Paks

August 17, 2026 11:23
Ungarn plant Anhebung des Donau-Wasserstands wegen AKW Paks

Ungarn: Notmaßnahmen zur Sicherung des Kühlwassers im AKW Paks

Am Samstagvormittag wurde aufgrund des historisch niedrigen Donaupegels das kontrollierte Versenken von zwei jeweils 80 Meter langen, fest verankerten Lastkähnen im ungarischen Atomkraftwerk Paks gestartet. Diese Maßnahme soll den Wasserstand der Donau um etwa 20 Zentimeter heben und die Kühlung des AKW sicherstellen.

Rund 40 Prozent des ungarischen Stromverbrauchs werden durch die vier Blöcke des AKW gedeckt, wobei aktuell nur zwei der acht Turbinen in Betrieb sind. Premier Péter Magyar gab an, dass 130 Personen und 100 Lastwagen an dem Projekt beteiligt sind. Die Lastkähne wurden zunächst um 20 Zentimeter abgesenkt, um die Kühlung des Kraftwerks zu gewährleisten und einer möglichen vollständigen Abschaltung wegen sinkender Wasserstände entgegenzuwirken.

Die Arbeiten werden von Fachleuten aus der Wasser- und Energiewirtschaft sowie von AKW-Experten und Vertretern der ungarischen Streitkräfte unterstützt. Magyar lobte das österreichische Bauunternehmen Strabag für dessen kostenlose Technologie und kritisierte abwesende Angebote ungarischer Unternehmen.

Parallel zum Projekt wird in der Nähe von Paks eine Sohlschwelle errichtet, um langfristig Wasser zu stauen. Hierfür werden nahezu 150.000 Kubikmeter Geröll benötigt, mit dem Ziel, den Wasserstand um bis zu einem Meter zu erhöhen und die Kühlwasserversorgung des AKW Paks dauerhaft zu sichern.

Magyar hatte die Vorsitzenden der Oppositionsparteien eingeladen, um über das Projekt und die Ursachen der aktuellen Probleme zu informieren. Diese Einladung wurde jedoch abgelehnt. Fidesz-Kommunikationsdirektor Bertalan Havasi erklärte das Fernbleiben von Viktor Orbán mit dem Hinweis, dass Paks keine Wahlkampfbühne sei.

Einordnung

Die getroffenen Maßnahmen zielen darauf ab, die Kühlung des Atomkraftwerks langfristig zu sichern und einer möglichen Energiemangel-Situation in Ungarn vorzubeugen. In Anbetracht der extremen Niedrigwasserstände der Donau ist der Erfolg dieser Initiative entscheidend für die Aufrechterhaltung der Stromversorgung im Land.

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