Wiener Parfümerie Nägele & Strubell feiert 145 Jahre Duftgeschichte und individuelle Beratung

Oktober 22, 2025 12:42
Wiener Parfümerie Nägele & Strubell feiert 145 Jahre Duftgeschichte und individuelle Beratung

Das 145-jährige Bestehen von Nägele & Strubell im Parfümerie-Geschäft wird mit einem Blick auf die Anfänge am Graben gefeiert. Geschäftsführer Georg Oelschlägel erläutert die Verbindung zwischen Düften und Bezirken in Wien.

WIEN. Der Einzelhandel am Ende des 19. Jahrhunderts war ein Konzept, das sich stark von dem heutigen unterscheidet. Während man damals aufwendig in Mieder geschnürt wurde und Pferde vor Kutschen gespannt wurden, hat sich vieles verändert. Eines jedoch blieb konstant: der Wunsch, zu jeder Zeit wohlriechend zu sein. Die Kunst der Parfümherstellung hat Nägele & Strubell seit der Gründung 1880 in Wien meisterhaft verfeinert. Das Unternehmen, das seinen Ursprung am Graben 27 hat, hat alle Veränderungen und Düfte der Stadt überstanden. Zum 145-jährigen Jubiläum äußert sich Geschäftsführer Georg Oelschlägel zu den Anfängen und der heutigen Bedeutung des Unternehmens. Darüber berichtet Welt Stimme.

Die Wurzeln der Parfümerie

Die Gründung von „Nägele & Strubell“ war nicht das Resultat eines plötzlichen Einfalles, sondern das Resultat einer präzisen Beurteilung der Wiener Entwicklung. Oelschlägel erklärt: „Die Gründer erkannten die Nachfrage nach Luxus und Duftkultur in Wien und begannen, Parfums aus Frankreich zu importieren.“ Zudem wagten sie es, eigene Duftwaren zu kreieren, was maßgeblich zum Erfolg beitrug.

Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg war die zentrale Lage des ersten Geschäftes. Um auf dem heutigen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, bedarf es jedoch mehr als nur eines Standorts im ersten Bezirk, so Oelschlägel. Das Unternehmen hat mittlerweile 17 Boutiquen in Österreich eröffnet, wobei es das Ziel verfolgt, in jedem Geschäft ein „Zuhause der Schönheit“ für die Mitarbeiter zu schaffen. Dies sei ein deutliches Gegenmodell zur anonymen Massendistribution. Trotz der Expansion bleibt die Nischenhaftigkeit des Unternehmens erhalten, da man sich mit exklusiven Düften von der Konkurrenz abheben möchte.

Evolution der Düfte

Die Entwicklung der Düfte von Nägele & Strubell hat sich ebenfalls stark verändert. Im späten 19. Jahrhundert wurde überwiegend mit natürlichen Rohstoffen gearbeitet. Aus zerbrechlichen Blüten wie Jasmin und Tuberose, gemischt mit Tinkturen und Harzen, entstanden die Parfums. Heute ist es notwendig, Sicherheitsstandards zu beachten, Duftallergene zu berücksichtigen und moderne Extraktions- sowie Analysemethoden zu nutzen, um Parfumflakons zu füllen, erklärt der Geschäftsführer.

Für Interessierte empfiehlt Oelschlägel eine „Duftreise“ in einer der Boutiquen. „Es handelt sich um eine Duft-Beratung mit Proben zum Testen für zu Hause sowie Pflege-Checks – natürlich mit persönlicher Begleitung.“

Düfte für jeden Bezirk

Zum Abschluss gibt der Parfum-Experte Empfehlungen, welche Düfte sich für verschiedene Bezirke eignen. Für Abendveranstaltungen in der Inneren Stadt werden elegante Floral-Aldehyde empfohlen, während tagsüber dezente Citrus-Hesperiden ideal sind. In Hietzing sollte man klassische florale Noten wählen. Passend zur Galerie- und Designszene am Neubau sind rauchige und harzige Düfte empfehlenswert. Der 9. und 19. Bezirk, bekannt für sein Serviten-Flair, hebt sich am besten mit gepflegten Musk-Skin-Düften hervor, während für die Donaustadt aquatische Frische und vitale Citrus-Akkorde bestens geeignet sind.

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