Ölpreise steigen infolge des Konflikts im Nahen Osten
Die Ölpreise sind zuletzt wegen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten deutlich gestiegen – und mit ihnen auch die Spritpreise an Österreichs Tankstellen. Während die Regierung die Entwicklung derzeit prüft, sieht WIFO-Chef Gabriel Felbermayr aktuell noch keinen Anlass für staatliche Eingriffe. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die Unsicherheit wegen der aktuellen Lage im Nahen Osten bleibt groß. Am vergangenen Wochenende verteuerte sich ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent zeitweise um bis zu 29 Prozent auf knapp 120 US-Dollar, bevor der Preis am Vormittag wieder auf etwa 100 Dollar zurückfiel. Der jüngste Preisanstieg liegt somit noch unter dem Höchststand von 2022, als der Preis kurz nach dem Beginn des Ukrainekriegs rund 139 US-Dollar pro Barrel betrug.
WIFO: Staatlicher Eingriff vorerst noch zu früh
Die Spritpreise an den heimischen Tankstellen sind infolge des Iran-Kriegs deutlich gestiegen. Laut E-Control lag der durchschnittliche Dieselpreis zuletzt bei 1,894 Euro pro Liter, während Superbenzin im Schnitt 1,689 Euro kostete. Die Bundesregierung beobachtet die Entwicklung genau. Trotz der steigenden Preise gibt es aus Sicht von WIFO-Leiter Felbermayr noch keinen Grund für einen direkten staatlichen Eingriff.
„Ich denke, es müssten die Preise nochmals deutlich stärker steigen, als das schon der Fall ist, dass so etwas gerechtfertigt wäre“, äußerte Felbermayr in der ORF-Sendung „Das Gespräch“. Selbst eine Marke von zwei Euro pro Liter Diesel sei seiner Meinung nach noch kein ausreichender Grund für staatliche Maßnahmen: „aber danach wird es wahrscheinlich relativ schnell kritisch“.
Felbermayr betonte, dass Treibstoffpreise politisch besonders sensibel seien, weil sie einen starken Einfluss auf die Inflation haben. Holger Bonin, Direktor des Instituts für Höhere Studien (IHS), hob bereits in der „ZIB2“ hervor, dass die aktuelle Entwicklung der Spritpreise die Inflation um rund 0,4 Prozentpunkte erhöhen könnte. Laut vorläufigen Daten von Statistik Austria lag die Teuerungsrate im Februar bei etwa 2,2 Prozent.
Von 2022 und 2023 lernen
Wenn die Preise weiter steigen, könnten dennoch Maßnahmen notwendig werden. „Wenn wir eines gelernt haben 2022 bzw. 2023, dann ist das, dass wir das Durchrauschenlassen der Inflation nicht wieder machen sollten“, erklärte Felbermayr. Die Art und Weise, wie ein Eingriff gestaltet werden könnte, sei entscheidend: „Da wird man scharf nachdenken müssen.“
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) warnte ebenfalls vor voreiligen Maßnahmen. Er stellte klar, „dass es keine Krisengewinner geben darf auf Kosten der Autofahrer“. Die Maßnahmen müssten so gestaltet sein, dass sie nicht zu Versorgungsproblemen führen: „und dann sind die Zapfsäulen leer“. Sollte das Preisniveau länger hoch bleiben, müsse über mögliche Schritte nachgedacht werden.


