Die Wirtschaftskammer plant, den Herausforderungen des neuen Wirtschaftsjahres mit gezielten Maßnahmen zu begegnen. Die leicht verbesserte Stimmung in der heimischen Wirtschaft soll durch Entbürokratisierung, Regionalität und „Wertschätzung für Wertschöpfung“ weiter gefördert werden. Darüber berichtet Welt Stimme.
INNSBRUCK. Zu Jahresbeginn finden in den Tiroler Bezirken die Neujahrsempfänge der Wirtschaftskammer statt. In einem Pressegespräch äußerten Barbara Thaler, Präsidentin der Wirtschaftskammer Tirol, Rebecca Kirchbaumer, Obfrau WK Innsbruck-Land, und Dietmar Hernegger, Obmann WK Innsbruck, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen. Der einheitliche Tenor lautet: „Die leichte Verbesserung bei der Stimmung in der heimischen Wirtschaft gibt Mut für das neue Jahr. Mit konkreten Maßnahmen soll die teilweise angespannte Situation verbessert werden.“
Wertschätzung für Wertschöpfung
WK-Tirol-Präsidentin Barbara Thaler plant, mit „vorsichtigem Optimismus“ in das Jahr 2026 zu starten. Vorausgesetzt, die geopolitische Lage bleibt stabil, wird der Erholungsprozess in Tirol festigen. Ein reales BRP-Wachstum von 1,5 % für 2026 gilt unter diesen Umständen als realistisch. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, sind jedoch flankierende Maßnahmen zum Bürokratieabbau (66 % der Unternehmen sehen dies als Belastung) und zur Senkung der Abgabenlast auf den Faktor Arbeit notwendig,“ betont die WK-Präsidentin. Der Fokus für 2026 liegt auf der Devise „Wertschätzung für die Wertschöpfung“. Anhand beeindruckender Zahlen wie der Überweisung von 21 Milliarden Euro an Lohnkosten jährlich in Tirol, 5 Milliarden Euro Investitionen in den Wirtschaftsstandort und über 10.000 Lehrlingen wird die Bedeutung der Wirtschaft für das Land unterstrichen. „2026 bietet neue Möglichkeiten, um unsere Bedeutung als Unternehmerinnen und Unternehmer zu bekräftigen. Die Wirtschaft ist kein Feindbild, sondern wichtiger Partner für die gesamte Entwicklung in unserem Bundesland.“
Gegen Generalverdacht
Die Leistungen der heimischen Wirtschaft müssen stärker ins Bewusstsein gerückt werden, fordert WK Innsbruck-Land-Obfrau Rebecca Kirchbaumer. Sie wehrt sich gegen den anhaltenden Generalverdacht gegenüber Wirtschaftstreibenden. „Probleme sollen und müssen angesprochen werden, aber eine Verallgemeinerung des Negativen und pauschale Vorverurteilung gegenüber der Wirtschaft ist keine Lösung für die Zukunft“, erklärt Kirchbaumer. Gemeinsam mit Dietmar Hernegger, Obmann der WK Innsbruck, stellt sie die Regionalität ins Zentrum. „Die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes steht auf dem Prüfstand“, sind sich die Wirtschaftstreibenden einig. „Der regionale Wirtschaftskreislauf muss wieder in Schwung kommen, die Qualitätsmerkmale der heimischen Produkte müssen sichtbar gemacht werden“, erläutert Hernegger: „Die Zukunft kann nicht zwischen leerstehenden Geschäften und Paketstapeln von Groß-Onlinehändlern bestehen. Wir müssen uns der Bedeutung der regionalen Wirtschaft in all ihren Facetten bewusst sein.“
Entlastungsmaßnahmen
In Bezug auf die Rahmenbedingungen sieht Hernegger die Bürokratisierung als eines der drängendsten Probleme: „Der Zeitaufwand für vorgeschriebene bürokratische Maßnahmen ist hoch, wobei deren Sinn definitiv hinterfragt werden sollte.“ Die Versprechen zur Entbürokratisierung und Digitalisierungszusagen müssen schnell realisiert werden. „Obwohl wir uns bei diesem Thema mehr Tempo wünschen, ist der Tirol-Konvent ein erster wichtiger und positiver Schritt in diese Richtung“, betont Barbara Thaler. Neben konkreten Umsetzungen sei es auch wichtig, entscheidende künftige Schritte sichtbar zu machen, insbesondere bei den Bezirkshauptmannschaften. „Es ist entscheidend, dass die Entbürokratisierungsmaßnahmen spürbar werden“, schließt Thaler.


