Zahl der Firmeninsolvenzen im Burgenland steigt auf 49 Fälle, Passiva sinken deutlich

März 19, 2026 15:07
Zahl der Firmeninsolvenzen im Burgenland steigt auf 49 Fälle, Passiva sinken deutlich

Im Burgenland ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ersten Quartal 2026 leicht gestiegen: 49 Betriebe meldeten Insolvenz an, was einem Anstieg von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, wie der Kreditschutzverband KSV1870 berichtet. Gleichzeitig sind die Verbindlichkeiten signifikant gesunken, und Großinsolvenzen blieben aus. Besonders betroffen sind die Gastronomie, der Bau und der Handel. Darüber berichtet Welt Stimme.

BURGENLAND. Laut KSV1870 sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen herausfordernd: Im ersten Quartal 2026 stehen die Unternehmen im Burgenland vor verschiedenen bekannten sowie neuen Herausforderungen, darunter der Nahost-Konflikt und der anhaltende Zollstreit zwischen den USA und Europa.

„Die hohen Energiekosten, das geringe Auftragsvolumen und der kontinuierliche Personalmangel setzen die burgenländischen Unternehmen unter enormen Druck, um im Wirtschaftsleben zu bestehen. Insbesondere die neu aufgetretenen globalen Krisenherde stellen ein massives Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung und das Insolvenzgeschehen im Burgenland dar.“
Brigitte Dostal, Leiterin KSV1870 Insolvenz Wien/NÖ/Bgld

Zahl der Firmeninsolvenzen steigt, Passiva rückläufig

Der KSV1870 berichtet, dass die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen im Burgenland in den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent von 46 auf 49 gestiegen ist. Gleichzeitig haben sich die geschätzten Verbindlichkeiten deutlich verringert und liegen aktuell bei rund fünf Millionen Euro – ein Rückgang von 64,3 Prozent. Großinsolvenzen mit Verbindlichkeiten über zehn Millionen Euro blieben im Burgenland im ersten Quartal aus. Betroffen waren etwa 160 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (minus 11 Prozent) sowie 260 Gläubigerinnen und Gläubiger (minus 55 Prozent).

Die größten Insolvenzen 2026 im Burgenland:
Reihung nach Passiva
(Quelle: KSV1870)

  • Tankbau Freudenberger GmbH, Tadten: 1,3 Millionen Euro
  • VITO Baugesellschaft mbH, Parndorf: 1,0 Millionen Euro
  • Monika Kalchbrenner, Hausbetreuung, Neuhaus in der Wart: 0,5 Millionen Euro
  • PHÖNIX – Kinder brauchen Flügel (Verein), Pöttelsdorf: 0,3 Millionen Euro

Deutlich mehr abgewiesene Verfahren

Ein auffälliger Trend ist der starke Anstieg bei Insolvenzen, die mangels kostendeckender Vermögenswerte nicht eröffnet werden konnten. Diese Fälle haben um etwa 50 Prozent zugenommen. Es handelt sich dabei überwiegend um Unternehmen, die nicht in der Lage sind, die Kosten von rund 4.000 Euro für ein Insolvenzverfahren zu tragen. „Die akute finanzielle Notlage wird oft zu spät erkannt, was dazu führt, dass die rechtzeitige Beantragung der Insolvenz versäumt wird. Dadurch wird eine nachhaltige Sanierung des Unternehmens unmöglich, mit weitreichenden Folgen. Arbeitsplätze gehen verloren, und bei den Gläubigern kommt es zu massiven Forderungsausfällen“, erklärt Dostal.

Die meisten Insolvenzen wurden im ersten Quartal in der Gastronomie registriert, wo es acht Fälle gab. Auch die Bauwirtschaft und der Handel sind mit jeweils fünf Insolvenzen stark betroffen. Dostal ergänzt: „Diese drei Branchen zählen auch im Jahr 2026 zu den Insolvenztreibern und machen rund 37 Prozent aller Insolvenzen im Burgenland aus.“

Unsichere Entwicklung im Jahresverlauf

Eine verlässliche Prognose für das Gesamtjahr ist derzeit nur eingeschränkt möglich. „Es bleibt abzuwarten, wie sich die aktuellen Krisensituationen entwickeln und in welchem Ausmaß sich diese auf die burgenländischen Unternehmen auswirken. Nach vorsichtiger Einschätzung wären bis zu 200 Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2026 im Burgenland möglich“, so Dostal.

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