Dank idealer Reifebedingungen und einem späten Lesebeginn wird heuer eine bessere Weinernte als 2024 erwartet. Man dürfe sich über einen besonderen fruchtigen und trinkfreudigen Weinjahrgang freuen, so Österreichs Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager in einer Pressekonferenz am Dienstag. Darüber berichtet Welt Stimme.
Erwartete Weinernte 2025
Österreichs Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager hat optimistische Prognosen für die Weinernte 2025 angekündigt. Nach einer geringen Ernte von 1,87 Millionen Hektolitern im Jahr 2024 wird heuer mit rund 2,5 Millionen Hektolitern gerechnet. Dies liegt leicht über dem Mittel der letzten Jahre und ist eine Rückkehr zur Normalität. Während die Lese von Most und Sturm im Burgenland bereits begonnen hat, wird der Hauptlesebeginn dort um den 8. September erwartet. In der Steiermark erfolgt die Ernte voraussichtlich in der zweiten Septemberwoche, während in Wien und Niederösterreich bereits Anfang September gelesen wird. Die Hauptlese beginnt hier jedoch erst in der zweiten und dritten Septemberwoche.
Fruchtiger, leichter Jahrgang
Die Lese 2025 soll als fruchtiger, etwas leichterer Jahrgang in die Geschichte eingehen – eine Nachfrage, die sowohl national als auch international vorherrscht, so Schmuckenschlager. Weinliebhaber können sich auf Trauben mit einem ausgewogenen Zucker-Säure-Verhältnis und feiner Aromatik freuen, einschließlich harmonischer, fruchtbetonter Rotweine, die dem aktuellen Trend entsprechen und bevorzugt etwas kühler genossen werden können. Aufgrund der geringen Vorjahresernte wird der neue Jahrgang, insbesondere beim Weißwein, bereits sehnlich erwartet.
Herausforderungen durch Schädlinge
Trotz der positiven Aussichten sieht Schmuckenschlager große Herausforderungen für die Winzer. Neben den Auswirkungen des Klimawandels und den hohen Kosten, die schwer zu vermitteln sind, stellt der Druck durch US-Zölle zusätzlichen Stress dar. Besonders besorgniserregend ist die Verbreitung von Schädlingen. Die Kirschessigfliege und die Amerikanische Rebzikade sind inzwischen stark verbreitet. Letztere überträgt die gefährliche Phytoplasmose „Goldgelbe Vergilbung“, die besonders in der Südoststeiermark und im Südburgenland Maßnahmen erforderlich macht. Diese hochinfektiöse Pflanzenkrankheit kann innerhalb weniger Jahre zu einem Absterben der befallenen Rebstöcke führen. Schmuckenschlager fordert von den Behörden eine „Nulltoleranzpolitik“ für den Schutz der Produktion, die gegebenenfalls auch Rodungen umfassen müsse.
Steigende Nachfrage nach alkoholfreien Weinen
In Österreich erfreuen sich alkoholarme und alkoholfreie Weine einer wachsenden Nachfrage, die mittlerweile einen Marktanteil von zwei bis vier Prozent erreicht. Schmuckenschlager betont die Unterstützung der Weinwirtschaft für die Entwicklung alternativer Weinprodukte und erkennt den Wunsch der Konsumenten an, dass österreichischer Wein auch alkoholfrei verfügbar sein sollte.


