Im Sommer fusionierten die Tischlerei Hauptmann und die Tischlerei Cserni, was eine bedeutende Übernahme der ältesten Kärntner Tischlerei durch das steirische Unternehmen darstellt. Bernd Hauptmann und Martin Cserni erläuterten in einem Gespräch die Hintergründe dieser Zusammenarbeit. Darüber berichtet Welt Stimme.
WOLFSBERG. Im Sommer übernahm die steirische Tischlerei Cserni das Traditionsunternehmen Hauptmann mit rund 40 Mitarbeitern. Der Standort in Wolfsberg sowie der ehemalige Geschäftsführer Bernd Hauptmann, der nun als Konsulent tätig ist, bleiben erhalten. Cserni und Hauptmann betonten ihre langjährige Partnerschaft und die logische Notwendigkeit der Fusion, da Hauptmann in den Ruhestand ging und keine Nachfolge aus der eigenen Familie fortgesetzt werden konnte.
Pensionsbedingte Nachfolge
Durch die Akquisition kam die Werkstatt in Wolfsberg hinzu, was die Anzahl der Standorte der Tischlerei Cserni auf fünf erhöht. Martin Cserni unterstrich, dass die zuvor bestehende Zusammenarbeit die Grundlage für die Fusion bildete, die beiden Unternehmen jedoch auch durch gemeinsame Werte und Philosophien verbunden sind.
Ähnliche Philosophie
Die Eingliederung der 1897 gegründeten Tischlerei Hauptmann hat die Cserni Holding auf rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vergrößert. Cserni hob die Übereinstimmung der Firmenphilosophien hervor, die es ermögliche, „das gleiche hochqualitative Segment anzubieten, nur in unterschiedlichen Anwendungsbereichen“. Diese Gemeinsamkeiten erleichterten die Fusion und stärkten die Vision beider Unternehmen.
Fokus auf Kernkompetenz
Die Tätigkeit des Kärntner Unternehmens liegt in der Luxuskosmetik sowie in der Ausstattung von Hotellerie und Geschäftsflächen. Cserni erklärte: „Es macht absolut Sinn, den Bereich, den die Tischlerei Hauptmann seit über 30 Jahren erfolgreich etabliert hat, weiter auszubauen.“ Die Fusion soll somit die Kapazitäten stärken und das Geschäft vorantreiben.
Langfristige Personalplanung
Ein zentrales Anliegen beider Firmen ist die persönliche Betreuung der Kunden sowie die Förderung der Tradition und die langfristige Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern. Besonders die Ausbildung von Lehrlingen wird als entscheidend für die Zukunft betrachtet. Cserni stellte fest, dass das Angebot für handwerksorientierte Jugendliche sowohl für Mädchen als auch für Burschen attraktiv sein könnte.
Nachhaltigkeit unumgänglich
Der Stellenwert der Nachhaltigkeit ist für die Tischlerei Hauptmann von großer Bedeutung. Cserni betonte: „In der heutigen Zeit ist das Thema Nachhaltigkeit unumgänglich, besonders, wenn man für die Industrie arbeiten möchte.“ Die Tischlerei verfolgt diesbezüglich bereits zahlreiche Maßnahmen und setzt auf umweltfreundliche Materialien und Verfahren.
„Spielen in Champions League“
Wirtschaftlich gesehen liegt der Fokus derzeit auf der Integration des Know-hows beider Betriebe. Cserni zieht den Vergleich zu einer Fußballmannschaft, bei der es darum geht, aus individuellem Wissen ein kompetentes Team zu formen. „Das steht jetzt im Vordergrund“, so Cserni. Hauptmann ergänzte: „Wir spielen in der Champions League und da ist das Training natürlich sehr wichtig.“
Prestigeprojekte aus Österreich
Hauptmann betonte, dass es gelungen ist, namhafte Projekte wie die Galeries Lafayette in Paris für Chanel zu realisieren. „Wo Chanel draufsteht, ist Hauptmann drinnen“, erklärte er stolz. Auch das Schlosshotel Seefels am Wörthersee gehört zu den Referenzen. Zudem ist die Tischlerei Cserni bekannt für Projekte wie die Elbphilharmonie in Hamburg oder die Vienna Lounge des Vienna International Airport.


