Heidenbauer-Gruppe meldet Insolvenz an: 129 Beschäftigte betroffen in Bruck an der Mur

November 15, 2025 09:27
Heidenbauer-Gruppe meldet Insolvenz an: 129 Beschäftigte betroffen in Bruck an der Mur

Am Freitag meldete die Heidenbauer-Gruppe aus Bruck an der Mur Insolvenz für vier ihrer Unternehmen an. Dies folgt nur zwei Tage nach der Bekanntgabe von Voestalpine, die am Standort Kindberg und Mürzzuschlag rund 340 Stellen streichen muss. Darüber berichtet Welt Stimme.

Die Heidenbauer-Gruppe, 1946 als Schlosserei gegründet und in dritter Generation geführt, hat mittlerweile vier Unternehmen, die Lösungen aus Metall, Aluminium, Edelstahl und Glas anbieten. Aufgrund anhaltender wirtschaftlicher Schwierigkeiten sah sich die Unternehmensgruppe gezwungen, Insolvenz anzumelden.

129 Beschäftigte von Insolvenz betroffen

Laut dem Kreditschutzverband 1870, kurz KSV1870, hat die Heidenbauer-Gruppe Verbindlichkeiten von rund 63 Millionen Euro, während die Aktiva nur etwa 3,8 Millionen Euro betragen. Von der Insolvenz sind 129 Beschäftigte in vier operativen Gesellschaften betroffen, ebenso wie knapp 600 Gläubiger.

Am Landesgericht Leoben wurden vier Insolvenzanträge eingereicht: Für die Heidenbauer Aluminium GmbH (54 Mitarbeiter) und die Heidenbauer Stahl und Tragwerk GmbH (26 Mitarbeiter) wird ein Konkursverfahren beantragt. Für zwei weitere Unternehmen, die Heidenbauer Aluminium GmbH Dach Wand GmbH mit 16 Angestellten und die Edelstahl GmbH mit 33 Mitarbeitern, soll eine Fortführung angestrebt werden.

Gründe für die wirtschaftliche Schieflage

Die Heidenbauer-Gruppe nennt mehrere außergewöhnliche Belastungen, die die wirtschaftliche Stabilität in den letzten Jahren beeinträchtigt haben. Dazu gehören massive Preissteigerungen bei Stahl, Aluminium und Energie, Rückzahlungen von Corona-Förderungen sowie anhaltende Verzögerungen in den Lieferketten. Zudem belasten Zahlungsausfälle insolventer Großkunden die Liquidität. Trotz einer grundsätzlich guten Auftragslage haben diese externen Faktoren zur wirtschaftlichen Schieflage geführt.

Sanierung und Sicherung von Arbeitsplätzen

Im Rahmen des eingeleiteten Sanierungsverfahrens sollen Strukturen gestrafft, die Effizienz gesteigert und Kernbereiche gestärkt werden. Laufende Projekte werden fortgeführt, und das Ziel bleibt der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze sowie ein Abschluss des Verfahrens mit einem Sanierungsplan bis Ende Februar 2026.

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